Frühjahr 2019 Teil 6

Manche Dinge liebt man im Leben, es gibt aber auch welche, auf die man gerne verzichten würde!

Am Dolmenfeld Cromeleque dos Almendres stellten wir uns auf den fast ebenen Schotterparkplatz und blieben den Rest des Tages dort stehen. Hier war ein ständiges Kommen und Gehen von Tagesausflüglern, die sich die in den Boden gerammten Hinkelsteine auch ansehen wollten. Gegen Abend kehrte dann allerdings Ruhe ein und ein weiteres 4×4 Wohnmobil gesellte zu uns. Es waren Cordy und Edy von cochecito_on_tour. Die Beiden sind aus Österreich und leben seit einiger Zeit komplett in ihrem Allradwohnmobil. Es war mal wieder schön sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Interessen haben wie wir.
Am nächsten Morgen trennten sich dann allerdings wieder unsere Wege, da wir weiter zu unserem portugiesischen Winzer fahren wollten. Wir werden die Beiden aber auf Instagram und auf ihrem Blog verfolgen.

Unser Weg führte uns nun in die Weinregion bei Setubal, wo wir nun schon seit mehreren Jahren immer unseren Weinvorrat auf dem Weingut Filipe Palhoca wieder auffüllen.

Auf der Fahrt dahin machte allerdings der Bremssattel immer mehr auf sich aufmerksam und die Radnabe wurde dadurch immer heißer und wir realisierten, dass wir doch eine Werkstatt benötigen. Vom Weingut aus riefen wir dann den 24h Pannenservice von Mercedes Benz an und wurden an eine Werkstatt in Palmela vermittelt, die nur 15 km von uns entfernt war. 
Als wir dort eintrafen mussten wir uns zuerst einmal wieder in Geduld üben bis ein Mechaniker frei war und nach unserem Problem schauen konnte, denn schließlich kamen wir mit unserem Problem ohne Terminabsprache dort an. Der rechte hintere Bremssattel saß so sehr fest, dass er nur mit Mühe von 2 Mechanikern und dem Einsatz von einem Hebeleisen gelöst werden konnte. Es gelang ihnen allerdings die Bremskolben wieder einigermaßen gangbar zu machen, so dass wir zumindest wieder ein paar Kilometer fahren konnten. Es wurde aber ein neuer Bremssattel in Spanien geordert der in 2 Tagen Tagen da sein sollte. Das bedeutete dass wir von Montag bis Donnerstag hier in der Region festsaßen. Wir ließen uns dadurch aber nicht die Laune verderben, denn auch hier gab es einiges zu entdecken. Palmela liegt direkt neben Setubal und von dort hatte ich die Koordinaten von einem Parkplatz, an dem man einen ganz besonderen Lost Place besichtigen konnte. (Dank an Andre von Amumot) Es sind zwei alte Fährschiffe die hier direkt am Strand vor sich hinrosten. Auf eines der beiden Schiffe konnte ich trockenen Fußes gelangen und einige Fotos machen.


Bedingt durch die Straße, die direkt an dem Parkplatz vorbei führt, wurden wir dann morgens doch relativ früh von vorbeidonnernden LKWs unsanft aus dem Schlaf gerissen. Wir verließen daher noch am selben Vormittag die beiden toten Schiffe und fuhren zu den nur wenigen Kilometer entfernten alten Salinen von Mourisca, die heute ein Vogelschutzgebiet sind. Hier blieben wir nun bis Donnerstagmorgen, tagsüber auf dem Parkplatz der Salinen, von wo aus wir kleinere Wanderungen unternahmen und nachts auf dem Parkplatz des Fussballplatzes. Nachts ist das Parken auf dem Gelände der Salinen untersagt und es werden auch an der Zufahrt die Tore geschlossen.


Am Donnerstag waren wir dann pünktlich um 8 Uhr auf Geheiß von Mercedes 24h Service bei der Mercedeswerkstatt. Aber Portugal wäre nicht Portugal wenn gleich mit der Reparatur begonnen würde. Also mal wieder in Geduld üben. Nach etwa 2 Stunden öffnete sich endlich für unseren Harry das Werkstatttor. Der Austausch des Bremssattels ging dann aber doch recht zügig vonstatten und wir konnten gegen Mittag unsere Reise wieder fortsetzen.
Das nächste Ziel war Seixal, genauer gesagt der große Parkplatz am Hafen des Städtchens. Von hier aus konnte man ganz bequem per Schnellfähre in 20 Minuten nach Lissabon übersetzen. Wir haben diese Stadt vor ein paar Jahren schon einmal besucht, waren aber nicht besonders angetan von ihr. Vielleicht lag es damals aber auch nur an den Begleitumständen (Campingplatz weit außerhalb der Stadt, Hunde dürfen nicht im Bus mitfahren und das Wetter war auch nicht gerade berauschend). Aber jedem, auch einer Stadt, gebührt eine zweite Chance.
Diesmal aber überzeugte uns Lissabon total und zog uns in seinen Bann.  Es war einfach nur schön durch die alten Stadtviertel zu schlendern, sich auf Treppen und Mauern zu setzen, dem Treiben in der Stadt zuzuschauen und sich einfach treiben zu lassen. Kulinarisch jedoch können wir nur jedem empfehlen sich etwas abseits nach einem gemütlichen Lokal umzuschauen, da die Lokale in den stark frequentierten Bereichen fast nur Fastfood anbieten, wenn auch portugiesisch angehauchtes. Diese Erfahrung mussten wir leider am ersten Abend dort auch machen. Dafür entdeckten wir dann am nächsten Tag abseits des Trubels ein kleines feines Restaurant mit hervorragender Küche. 
Freitagabends erhielten wir dann allerdings aus der Heimat sehr beunruhigende Nachrichten, die uns veranlassten unsere Reise abzubrechen und schnellstens nach Hause zu fahren. Aber wir werden mit Sicherheit nochmals nach Lissabon kommen, da wir uns in dieser Stadt das lchwillhin Virus eingefangen haben. 



Vielleicht lag es an der Sprengringfelge, am Reifendruck, am Reifen selber, oder einfach nur an zu hoher Achslast! Wir wissen es bis heute nicht. Wir überholten gerade einen LKW als uns bei ca. 90 km/h plötzlich der linke Hinterreifen mit einem fürchterlichen Knall um die Ohren flog und unser Harry anfing sich selbständig zu machen. Glücklicherweise reagierten die anderen Verkehsteilnehmer hervorragend und verschafften uns Platz um unser Fahrzeug unter Ausnutzung der 2 Fahrspuren und einer Ausfahrtspur wieder unter Kontrolle zu bekommen. Als wir dann am rechten Fahrbahnrand zum Stehen kamen herrschte im Fahrzeug Totenstille und wir schauten uns nur noch an. Wir waren gerade ganz knapp einer Katastrophe entgangen! Wir schafften es dann noch bis auf eine Fahrbahninsel in der Ausfahrt und verständigten dann den ADAC. Nach etwa 1,5 Stunden kam dann ein freundlicher, gutgelaunter junger Mann in einem Pannenfahrzeug und zu zweit montierten wir dann das Reserverad. Da bei der Explosion des Reifens der Sprengring der Felge weggeflogen war konnten wir nun leider nicht eine Werkstatt aufsuchen und den Reservereifen aufziehen lassen, den wir wir oben auf dem Dach die ganze Zeit spazierenfahren. Wir mussten daher nun unsere Fahrt ohne Reseverad fortsetzen.

Nach 3 weiteren Fahrtagen erreichten wir dann am Donnerstag 4 April schließlich, ohne weitere Probleme unseren Heimatort.


Unsere Entscheidung die Reise abzubrechen und uns auf den Heimweg zu machen war die Richtige. Wir wurden hier wirklich gebraucht und es wartete einiges an Arbeit auf uns die wir nun Stück für Stück erledigen werden.
Aber es wird in diesem Jahr wieder mit unserem Harry „on the road gehen“  und wir freuen uns schon sehr darauf!

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