Baltikum und Skandinavien 2018 Teil 2

Montag , 09.07.2018

Heute besuchten wir das Schloß Gelbensande in der Nähe von Rostock. Wunderschön inmitten des Waldes gelegen ist dieses Gebäude ein echtes Kleinod. Erbaut wurde es 1887 von Großherzog Friedrich Wilhelm III. und wurde als Jagdschloß genutzt. Gegen Ende des 2. Weltkriegs wurde es in ein Lazarett und danach in eine Heilstätte und Krankenhaus für Tuberkulosekranke umgewandelt. Heute beheimatet es ein kleines Museum, in dem unter anderem eine ständige Ausstellung über Pilze gezeigt wird.

Nach einem längeren Spaziergang im Schloßwald entschlossen wir uns nicht direkt in Richtung Greifswald zu fahren sondern einen Umweg über Ahrenshoop zu machen. Diese Entscheidung war goldrichtig. Ahrenshoop, wunderschön zwischen Saaler Bodden und der Ostsee gelegen, ist ein Künstlerdorf in dem Keramik, Gemälde und sonstiges Kunsthandwerk hergestellt und verkauft wird. Vor allem aber faszinierten uns die mit Reet gedeckten Häuser und die vielen Wanderwege entlang des Bodden. In der Windmühle des Dorfes befindet sich übrigends ein Cafe in dem man wunderschön auch im Garten sitzen und leckeren Blechkuchen essen kann.

Durch Zufall entdeckten wir dann noch einen etwas abseits gelegenen Parkplatz am Rande von Ahrenshoop, wo wir die Nacht verbrachten. Auf den Parkplätzen im Ort darf man normalerweise nachts nicht mit dem Wohnmobil stehen, nur außerhalb des Dorfes auf dem Parkplatz der Kurklinik. Aber von uns wollte in dieser Nacht niemand etwas und wir konnten sehr ruhig schlafen.

Donnerstag 12.07.2018
Seit gestern sind wir nun in Polen. Unser Fahrt führte bei zum Teil heftigem Regen über Stralsund, Greifswald, Wolgast, die Insel Usedom bis auf das kleine Haff bei Mielno.

Stau vor der Fähre nach Polen

Die erste Übernachtung auf dieser Strecke hatten wir etwas abseits von Greifswald, da der dortige Stellplatz nicht gerade ein Vorzeigeplatz ist und die Parkplätze in der Stadt alle rappelvoll waren.
Am Rande der Stadt haben wir dann zwar noch einen Parkplatz gefunden aber dort hatte eine Dame vom horizontalen Gewerbe schon dabei ihr Arbeit auszuüben, was wir zum Glück rechtzeitig hemerkten :)) .

Die zweite Nacht verbrachten wir dann auf einem an einem See gelegenen Wiesenplatz, den wir in der App „Park 4 Night“ gefunden haben.

Der heutige Platz liegt etwas außerhalb von Mielno direkt hinter den Dünen. Hier kann Milka endlich wieder ausgiebig an und in der Ostsee herumtollen.
Wir hoffen nun dass das Wetter in den nächsten Tagen wieder besser wird, obwohl die Natur hier den Regen dringend benötigt und auch noch mehr von dem Nass gebrauchen könnte. Als Reisende aber liebt man halt nur das schöne und sonnige Wetter, wobei ein paar Regentage ja normalerweise keine Katastrophe sind.

Endlich wieder am Meer

Samstag 14.07.2018
Die letzten beiden Tage wurden wir mal wieder zu einem Werkstattbesuch gezwungen.
Auf der Fahrt in den Slowinski Nationalpark hörten wir einige Kilometer vor dem Parkplatz immer beim Einfedern des Fahrzeug ein dumpfes Klopfgeräusch. Auf dem Parkplatz angekommen legte ich mich vorne unter unseren Harry und entdeckte dann sofort die Ursache . Die polnischen Nebenstraßen hatten ganze Arbeit geleistet, auf der vorderen linken Seite war der Stoßdämpfer unten aus dem Gummilager gerutscht und saß auf der Befestigungsschraube auf. Naja, passiert halt immer an der richtigen Stelle: Mitten im Wald auf einem Parkplatz! Aber es standen einige Reisebusse ebenfalls auf dem Platz, und es wurde uns selbstverständlich geholfen. Gemeinsam mit einem Fahrer und einer Reiseleiterin bekamen wir dann die 24h Hotline von Mercedes Benz heraus. (Daran hätte ich aber auch schon Zuhause denken können)
Die Dame am anderen Ende der Leitung nannte uns eine etwa 40 km entfernte Werkstatt und verständigte diese, dass wir heute noch dort aufkreuzen werden. Dort angekommen kümmerte sich ein deutschsprechender Mitarbeiter sofort um uns. Da wir aber keine original Mercedes Dämpfer an Harry verbaut haben waren sich die Mitarbeiter dort nicht sicher ob sie ein passendes Gummilager bekommen würden. Also wurde vorsichtshalber noch ein original Dämpfer von MB bestellt. Später rief mich dann noch ein Mitarbeiter von der Mercedes Hotline an und fragte ob alles klappen würde und ob er noch was für uns tun könne. Das nenne ich Service!!
Heute morgen um 8 Uhr waren die Teile vor Ort. Wir mussten leider den kompletten Dämpfer austauschen 🙁 . Aber egal, Hauptsache wir sind wieder flott. Nachdem wir in der Werkstatt noch unseren Wassertank auffüllen durften ging es wieder zurück in den Nationalpark Slowinski.

naja, das nennt man Qualität
Der neue Stoßdämpfer ist drin

Hier machten wir eine 3 stündige Wanderung durch das große Dünenfeld zur Ostsee. Barfuß durch die Dünen zu wandern ist wunderschön aber auch anstrengend. Milka war nach der Tour im wahrsten Sinne des Wortes „hundemüde“ – und nicht nur sie 🙂 .

Sonntag 15.07.2018
Die Nacht verbrachten wir auf dem Waldparkplatz im Nationalpark auf dem uns abends noch ein Fuchs einen Besuch abstattete. Neugierig lief er in sicherem Abstand um unseren Harry herum und beäugte ihn. Milka die bei jeder Annäherung eines Hunde immer Alarm schlägt hat aber von ihm keine Notitz genommen, sie war anscheinend doch zu müde.
Heute wollten wir in Malbork die Marienburg anschauen. Die Straße über Gdynia und Danzig war zum Teil nur Stop and Go befahrbar. Wir fragen uns wo all die Menschen heute am Sonntag überall hinwollen. Was für ein Verkehrschaos wird dann wohl erst an Werktagen hier herrschen. Kurz nach Danzig durften wir dann auch noch ca. 2 km feinste polnische Straße kosten, hier geht es mit einem LKW nur ganz langsam voran oder gar nicht. Vorsorglich überprüfte ich in Malbork die Lager der Stoßdämpfer – alles war in Ordnung!

Die Marienburg ist eine mittelalterliche Ordensburg des Deutschen Ordens, Weltkulturerbe und der größte Backsteinbau Europas. Die Stadt Malbork selber ist nicht gerade eine herausragende Schönheit, war aber am heutigen Sonntag trotzdem sehr gut bevölkert.
Um die Burg herum wird in Verkaufsbuden jede Menge Mittelalterzeugs, Essen, Met und hervorragendes Bier angeboten.

Auf der Fahrt hierher fiel uns an der Seite mehrmals ein Zeichen auf das auf eine Mautstraße schließen ließ und über der Straße waren ab und zu Erfassungsgeräre angebracht. Daher kamen wir etwas ins Grübeln. Aber dass wir eine Mautstraße gefahren sind konnten wir uns nicht vorstellen, zumal wir in unserem Navi das als Verbot eingestellt haben. Also war nun erst mal Internetrecherche angesagt. Wir fanden heraus, dass in letzter Zeit immer mehr Straßen mautpflichtig wurden und unser Navi ( 8 Monate alt ) die vielleicht noch gar nicht kennt. Also haben wir die Hotline von ViaToll angerufen die das Mautsystem verwalten. Wir sind nach deren Aussage tatsächlich auf eine Mautstraße geraten. Mist, wenn wir Pech haben bedeutet das eine Geldstrafe. Muss aber nicht sein solange uns kein Polizist expliziet mit dem System abgleicht. Die nette Dame von ViaToll nannte uns keine 6 km entfernt eine Tankstelle als Servicepartner in der wir uns eine Mautbox kaufen können und sie hat auch eine 24h Öffnungszeit. Wir fuhren gleich dorthin! Das Prozedere war zwar etwas langwierig da die Mitarbeiterin unser Fahrzeug nicht eindeutig einer Euro-Schadstoffklasse zuordnen konnte und am Ende noch Hilfe von einer Kolegin brauchte die extra dafür nochmal von Zuhause her kam. Am Ende kam dann Euro 4 heraus was uns nicht unrecht war. Übernachtet haben wir dann hinter der Tankstelle zwischen mehreren LKW und hatten eine sehr ruhige Nacht.

Montag 16.07.2018
Heute sind wir an einen ganz besonderen Platz gefahren. Hier fahren die Schiife aus dem Wasser aufs Land um dann ihre Fahrt für kurze Zeit dort fortzusetzen bevor sie wieder ins Wasser gleiten. Die Rede ist von der Aufschleppstelle Katy am Elblag-Ostróda Kanal. Hier werden die Schiffe mittels fahrbaren Untergestellen und Schleppseilen auf einer schiefen Ebene um 19 hm hochgehoben. Sehr impossante Technik und nur mit reiner Wasserkraft betrieben. Gebaut wurde die Aufschleppstelle zwischen 1850 und 1895.

Als nächstes machten wir uns dann auf den Weg nach Olstyn. Dort angekommen versuchten wir einen fußläufig zur Altstad liegenden Parkplatz zu finden. Unsere Suche war aber leider nicht von Erfolg gekrönt. Alle Plätze waren rappelvoll oder so eng dass wir mit Harry nicht hineinpassten. Schade, wir hätten die Stadt gerne besichtigt aber auf einen Anmarschweg von 2 km hatten wir absolut keine Lust. Daher fuhren wir auf einen etwa 6 km außerhalb an einem See gelegenen Parkplatz und verbrachten den Rest des Tages dort. Vielleicht sollte es so sein, denn kurze Zeit nach unserer Ankunft auf dem Platz zog ein heftiges Gewitter über die Region und wir waren froh in unserem Harry im Trockenen zu sitzen.

Damit lässt sich der Regen ertragen

Dienstag 17.07.2018
Da auf heute mal wieder Regen angesagt war haben wir beschlossen der Wallfahrtskirche Swieta Lipka/ Heilige Linde in der Nähe von Reszel einen Besuch abzustatten. Die Kirche ist richtig schön, außen wie auch innen. Hier wird außerdem stündlich ein kleines 15 minütiges Konzert auf einer alten mit sich bewegenden Figuren bestückten Orgel gespielt. Das Konzert selber war von den Stücken und vom Klang her sehr ansprechend. Aber das Ganze hat leider auch was von Jahrmarkt an sich. Schade, Das könnte man besser machen. Da wir keine Lust hatten im Dauerregen weiterzufahren blieben wir für den Rest des Tages einfach auf dem Parkplatz bei der Kirche stehen. Ab morgen soll das Wetter wieder etwas besser werden und dann können wir unsere Reise ja wieder fortsetzten.

Masuren ist wirklich richtig schön

Unser Übernachtungsplatz

Dieser Beitrag wurde unter Baltikum und Skandinavien 2018 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.