Marokko 2018 Teil 3

Samstag 17. Februar
Unser heutiges Ziel sollte Essauira sein. Anfänglich kamen wir auch gut voran, aber es wäre besser gewesen wenn wir diesmal die Autobahn gewählt hätten. Aber wir fuhren auf der N1 gen Süden und diese führt durch die Randbezirke und die Stadtautobahn von Casablanca. Jede Menge Autos! Was mich heute aber doch sehr belastete war der Fahrstil von einigen Marokkanern. Rücksichtslos wird da geschnitten oder plötzlich angehalten um jemanden aussteigen zu lassen, obwohl wir die dreispurige Stadtautobahn befuhren. Nach El Jadida befuhren wir dann die Küstenstraße und die Beschaffenheit der Straße wurde stellenweise derartig miserabel und verlangte höchste Aufmerksamkeit beim Fahren. Ein Schlagloch reihte sich an das Nächste. Auch die Querrillen waren heftig, denn sie zwangen einen teilweise das Tempo bis auf Schrittgeschwindig zu reduzieren. Nach etwas mehr als als 200 km hatte ich heute sprichwörtlich die Schnautze voll und wir suchten uns etwas nördlich von Safi einen schönen Platz auf einem kleinen Felsplateau mit schöner Sicht auf den Atlantik. Endlich wieder am Meer entlang laufen, was auch unserer Milka sichtlich Freude bereitete. Auch der Sonnenuntergang war wieder ein schönes Erlebnis. Essauira können wir auch noch in ein oder zwei Tagen anschauen. Es läuft uns mit Sicherheit nicht weg. Vielleicht schaffen wir es ja morgen schon.

Montag 19. Februar
Gestern fuhren wir nur etwa 120 km in Richtung Süden der Küste entlang bis zu dem Küstendorf Moulay Bouzarqtoune, welches auch das Surverparadies von Marokko sein soll.
Der Womo Stellplatz liegt dort direkt am Sandstrand. Hier war reichlich Platz zum stehen. Von unserem Harry aus hatten wir auch eine wunderschöne Sicht auf den Atlantik. Allerdings traf dann gegen Abend ein größeres deutsches Wohnmobil aus München ein und stellte sich direkt neben uns obwohl das Gelände sehr weitläufig ist und jede Menge Platz war. Dadurch war uns aber leider unsere schöne Aussicht versperrt. Wir machten uns daher wieder fahrbereit und fuhren dann mit Harry einfach auf dem Weg der an der Küste entlang führt ein paar hundert Meter weiter und hatten die Natur dann wieder für uns alleine. Hierher kommen die großen Wohnmobile ohne Allrad nicht. Es gefiel uns dann aber auf dem abseits liegenden Plätzchen so gut, dass wir den heutigen Tag einfach noch blieben. Manchmal hat halt auch ein sichtversperrendes Wohnmobil was Gutes ??. Sandstrand mit ein paar flachen Felsen durchsetzt soweit das Auge reicht, ideal um stundenlang am Atlantik entlang zu wandern. Heute Nachmittag war dann Wäsche waschen angesagt. Dank des kräftigen Windes trocknete diese dann auch in kürzester Zeit.

Dienstag 20. Februar
Auf nach Essaouira, die Stadt die früher einmal Mogador hieß. Gegen 10 Uhr trafen wir dort ein und fanden in Hafennähe entlang einer Seitenstraße einen Parkplatz. Milka durfte im Fahrzeug bleiben und unseren Harry wenn es sein muss verteidigen. Wir dagengen packten unsere Rucksäcke und gingen los. Dieses Mal galt unser Hauptinteresse dem Hafen. Geschäftiges Treiben herrschte dort, Fischerboote wurden entladen und die Transportkörbe voll mit kleinen Fischen wurden in Transportfahrzeuge verladen. Einige werden wohl auch den Weg zu dem Fischmarkt im Souk gefunden haben. Der Hafen hier ist schon was besonderes, vor allem der alte Teil mit der Zidadelle und den Hafenbecken voll mit kleinen blauen Fischerbooten. Nach unserer Hafentour stand der Besuch des Souk in der Altstadt an. Hier deckten wir uns mit frischem Gemüse, Obst und leckeren eingelegten Oliven ein. Schade ist nur, dass Essaouira, bedingt durch immer stärker werdenden Tourismus,  immer mehr von seiner Ursprünglichkeit verliert. Nachmittags setzten wir unsere Fahrt der Küste entlang in Richtung Süden fort. In der Nähe von Sidi Kaouki ging es dann von der Straße runter und wir folgten einer Piste vor an den Atlantik. Oben auf den Klippen fanden wir einen einsamen Platz wo wir uns dann für die Nacht einrichteten. Wir saßen gerade beim Abendessen als 2 Soldaten an unser Fahrzeug klopften. Milka bellte sofort los und die beiden wichen sofort ein Stück vom Fahrzeug zurück. Sie meinten wir könnten hier nicht übernachten, da es gefährlich wäre und außerdem die Küste nachts kontrolliert würde. Ich fragte wo dann das Problem wäre? Sie würden ja während der Nacht kontrolieren und auf uns aufpassen,  außerdem haben wir einen großen Hund dabei, da dürfte dann doch nichts mehr passieren! Nach ein wenig diskutieren akzeptierten sie es dann und gaben ihr ok für eine Übernachtung. Aber morgen müssten wir dann weiterfahren betonten sie!  Das war ja eh unser Plan.

Mittwoch 21. Februar
Das Militär hielt sein Wort. Zwei mal fuhren sie heute Nacht an unserem Papillon Harry vorbei und passten auf uns auf. Hervorragender Service!
An diesem Vormittag durchfuhren wir auf unserem Weg in Richtung Wüste das Land der Aganien aus deren Nußsfrüchten ein sehr hochwertiges und teures Öl hergestellt wird, das vorwiegend in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird. Anschließend ging es dann durch das Tal von Tamri in dem die kleinen wohlschmeckenden marokkanischen Bananen angebaut werden und weiter wieder der Küste entlang auf Agadir zu. Hier fuhren wir dann einen Carrefour Supermarkt an der allerdings wie es sich herausstellte in einem Wohnviertel der Stadt lag. Wir fanden direkt an der Straße vor dem Markt einen Parkplatz, aber flugs war ein Einweiser zur Stelle und meinte ich solle doch dichter an das neben uns parkende Wohnmobil ranfahren. Ich weigerte mich, denn dann wäre sein Besitzer zur Seitentür nicht mehr reingekommen und ich nicht zur Fahrertür raus. Der Einweiser akzeptierte das dann, aber nun wollte er fürs Parken 10 Dirham was ungefähr einem Euro entspricht. Wir sind daraufhin weggefahren und parkten einfach eine Straße weiter und liefen die paar hundert Meter zum Markt zurück. Aus Agadir heraus war dann trotz zweier Fahrspuren der Verkehr sehr dicht und die Marokkaner haben teilweise schon einen seltsam rücksichtslosen Fahrstiel. Wir schaften es ohne irgendwelche Plesuren an Harry und fuhren dann ca. 30 km hinter der Großstadt einen Campingplatz bei Isfane an auf dem wir schon letztes Jahr standen. Im Großraum Agadir wird freies Übernachten von der Polizei nicht tolleriert und sie schicken einen dann sehr freundlich aber unmissverständlich zum nächstgelegenen Campingplatz.

Freitag 23.Februar
Der gestrige Tag führte uns etwas weg von der Küste und somit wieder durch Arganbaumland. Zeitweise jedoch kamen wir uns vor als wären wir im Land der Kaktusfeigen gelandet. Soviele Kakteen mit den leckeren Früchten daran habe ich noch nie gesehen. Aber diese Früchte ernten ist schon eine besondere Aufgabe. Diese wohlschmeckende Feigen haben sehr viele feine fiese Stacheln die man fast nicht mehr los wird wenn sie einem in den Händen stecken. Deshalb kaufen wir sie lieber auf dem Markt.

Kurz vor Mittag kamen wir dann in Tiznit an. Hier wollten wir dieses Mal unbedingt die Silberverarbeitung anschauen.

Auch kamen wir im Souk nicht an einem Schuhladen vorbei. Endlich kauften wir uns die tytpischen marokkanischen Schuhe, von denen wir seit dem letzten schwärmten.

Gegen Nachmittag erreichten wir dann wieder die Atlantikküste und kurze Zeit später dann unser Tagesziel Sidi Ifni. Hier quartierten wir uns auf dem Campingplatz unterhalb der Stadt ein, denn wir wollten diesen Abend einem Restaurant einen Besuch abstatten.
Kurz vor Sonnenuntergang gingen wir die lange, von den Spaniern erbaute Treppe hoch die vom Strand zur Stadt hochführt. Im warmen Abendlicht strahlt Sidi Ifni eine ganz besondere Athmosphäre aus mit seinen weißen Häusern und den blau angestrichenen Türen und Fensterrahmen. Zum Abendessen fanden wir uns dann im Restaurant Nomad ein das anscheinend momentan das angesagteste in der Stadt ist, zumindest bei Engländern, Italienern und Deutschen. Das war schon ein buntgemischtes Puplikum was sich an diesem Abend hier einfand. Das Essen selbst ist hervorragend, die Preise liegen dafür aber auch ca. 40% über dem der anderen Restaurants. Dennoch für 30 Euro haben wir hier vorzüglich gespeist.
Am heutigen Tag war mal wieder Waschtag und ansonsten faulenzten wir einfach.
Sidi Ifni diente Ende des 15 Jahunderts schon den Spaniern als Stützpunkt und viel im 16. Jahrhundert an Marokko zurück. 1860 wurde es nach dem marrokanisch-spanischeen Krieg wieder Spanisch und erst nach der Frankodiktatur wieder marokkanisch. Es stehen hier noch einige spanische Herrenhäuser die aber mittlerweile einen etwas größeren Renovierungsstau haben. Der Strand ist sehr mit Steinen übersäht und leider mit Zivilisationsmüll verunreinigt. Hier sollte von Seiten der Stadt doch einiges gegan werden, den Sidi Ifni ist ansonsten sehr schön.  Heute Nachmittag bekamen wir dann noch sehr netten Besuch. Maria Hobl die hier in Sidi Ifni lebt ist durch einen Komentar auf facebook auf uns aufmerksam geworden und hat uns einfach spontan einen Besuch abgestattet. War eine sehr nette und informative Nachmittagsunterhaltung mit ihr. Wir erfuhren dadurch für uns viel Neues über Marokko und Sidi Ifni. Daher beschlossen wir unseren Aufentnalt hier einfach noch um zwei Tage zu verlängern und dieses kleine Städtchen doch noch intensiver zu erkunden.

Sonntag 25. Februar
Wir bereuen es nicht unseren Aufenthalt hier in Sidi Ifni um zwei Tage ausgedehnt zu haben. Dadurch hatten wir die Möglichkeit heute auf den großen Markt zu gehen der hier immer Sonntags stattfindet.

Auch Maria haben wir dadurch noch neben dem Markt in einem Cafe treffen können und dadurch noch einiges mehr über Marokko erfahren können, vor allem was den Sozialbereich anbelangt. Es hat sich während der letzten 10 Jahre doch einiges zum Positiven verändert und die Veränderungen gehen weiter.
Morgen wollen wir dann weiterreisen in die Region um Guelmin. Genauergesagt in die Oase Tighmert auf den Campingplatz von Salah Habad. Dort wollen wir uns dann um neue Schonbezüge für die Sitze im Führerhaus und um zusätzliche Blattfedern für unseren Harry kümmern.
Ob das alles so klappt wie wir uns das vorstellen, könnt ihr dann im nächsten Beitrag lesen.

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