Marokko 2018 Teil 8

Montag 2 .April, Tag 58
Heute Nachmittag fiel mein Blick zufällig auf den rechten Vorderreifen von Harry. Mir kam es so vor, als würde der Luftdruck nicht mehr stimmen. Rolf hatte schnellen Zugriff auf sein Reifendruckmessgerät und siehe da es fehlte ein Bar an Druck. Der Besitzer des Campingplatzes verständigte einen Mechaniker, der auch nach zwei Stunden endlich zusammen mit einem Gehilfen kam. Er nahm das komplette Rad mit seinem Pickup mit und wiederum zwei Stunden später brachte er es zurück und meinte dass es an der Verlängerung des Ventils lag. Also Rad wieder angeschraubt, 200 DH abkassiert und weg war er. Wir wollten nun wissen welchen Druck der Reifen nun hat und dabei hörte ich ein ganz leises Zischen im Ventilbereich. Ich sofort in Richtung Campingplatzverwaltung und sah, dass der Mechaniker mit seinem Pickup noch am Eingang stand. Ich erklärte ihm, dass das Ventil immer noch Luft verliert. Also kam der Held von der Garage Royal wieder zu unserem Fahrzeug. Das Rad musste wieder abgeschraubt werden. Ich durfte dafür wieder den Wagenheber rausräumen, da der Spitzenmechaniker und seine Hilfskraft kein Werkzeug und auch keinen Wagenheber dabei hatten. Nachdem das Rad wieder demontiert war und man richtig an das Ventil hinkam stellte sich heraus, dass der O- Ring an der Verschraubung der Ventilverlängerung defekt war. Nicht sonderlich gut gelaunt fuhr Garage Royal mit der Verlängerung davon. Diesmal kamen die beiden schon nach 45 min mit einer neuen Verlängerung zurück und Harrys Vorderrad verlor keine Luft mehr. Manches dauert halt doch länger als man denkt. 🙂 Übrigends hat der Fahrer des Pickups, der auch der Chef der Garage Royal ist, fast keinen Finger gerührt, sondern ließ fast alles seinen Helfer  machen! Der so wie es aussah weiter aus dem Süden von Afrika stammt.

Dienstag 3. April, Tag 59
Heute morgen wollten wir in Richtung Fes starten, aber bei unserem Harry füllte sich der Drucklufttank für die Bremsen nicht und bei Rolfs Mercedes tat sich gar nichts. Die Batterien hatten viel zu wenig Spannung. Das Problem an Harry löste sich dann fast von alleine. Ich startete ihn ein paarmal und betätigte mehrmals die Bremse und siehe da der Luftdruck in dem Tank stieg an. Das Problem an dem Fahrzeug von Rolf und Regina war ein wenig größer. Die Starterbatterien hatten zum einen zu wenig Flüssigkeit und zum zweiten war eine Batterieklemme gebrochen. Ein Mitarbeiter des Campingplatzes besorgte dann destilliertes Wasser und zwei Batterieklemmen. Mit Starthilfe von Harry und zwei Stunden Verzögerung konnten wir dann unsere Reise fortsetzen.

Perfekt geladen :))

Mittwoch 11.April Tag 67
Endlich habe ich wieder Lust etwas in unserem Blog zu schreiben. Es war einfach zu viel los in der letzten Zeit und ich war Abends total geschafft.
Am 4. April trafen wir abends auf dem total überfüllten Campingplatz Diamant Verde bei Fes ein. Eine große niederländische Reisegruppe hatte mit ihren Fahrzeugen sehr viele Stellplätze belegt. Direkt an der Zufahrt zur Entsorgungsstation fanden wir noch einen Platz. Für eine Nacht kein Problem, aber am nächsten morgen, als die ersten der NL Fraktion wegfuhren, stellten wir uns um. Es war einfach zu gefährlich, wie wir standen, denn obwohl wir die Zufahrt zur Entsorgung eigentlich nicht behinderten hatten einige doch Probleme dorthin zu gelangen.

Um 10 Uhr holte uns dann ein deutschsprechender Reiseführer aus Fes ab, um uns durch die Stadt zu führen. Er zeigte uns schöne Stellen und Eingänge zu Moscheen, aber das Hauptprogramm bestand doch darin seine Kunden in Verkaufsshops zu führen. Allerdings einige der Shops wollten wir uns eh ansehen um noch ein paar Geschenke zu kaufen. Sehr beindruckend allerdings war der Blick von der Terrasse eines Lederwarenshops auf die mittelalterliche Gerberei und Färberei. Hier wird tatsächlich noch wie vor Jahrhunderten das Leder von Hand und mit den Füßen bearbeitet. Mir erscheint es aber, bei der Menge an Lederwaren die alleine hier in Fes angeboten werden, dass dies nur noch in Kleinstmengen für die Touristen so gemacht wird und um von der Unesco die Gelder zu bekommen für den Erhalt der Anlage. Der große Teil des Leders wird garantiert maschinell bearbeitet.
Ansonsten ist die Medina von Fes ähnlich wie die von Marrakesch und anderen größeren Städten in Marokko.

Der nächste Tag bedeutete für uns dann Abschied zu nehmen von Marokko. Auf direktem Weg fuhren wir zum Hafen Tanger Med. Schon während der Fahrt dorthin vernahmen wir bei Kurvenfahrten immer deutlicher Pfeifgeräusche an den beiden Vorderrädern und vermuteten einen Radlagerschaden. Im Hafen von Tanger Med konnten wir schon kurz nach unseren Ankunft durch den Zoll und zum Fähranleger fahren. Wir freuten uns schon, dass alles so flott ging, aber unsere Fähre hatte am Ende dann doch so viel Verspätung dass wir 3 Stunden später in Spanien ankamen als geplant. Mitten in der Nacht um 1.30 Uhr trafen wir daher in Palmones ein und fanden den Stellplatz dort bis auf die letzte Lücke belegt vor. Daher quartierten wir uns dann einfach auf dem Lidl Parkplatz ein, was uns beim Einkauf am Morgen entgegen kam.

Unser nächstes Ziel war nun Portugal, wo wir am Abend dann auf einem Parkplatz in der Nähe von Faro eintrafen und den Kasteninblau, Amumot und Crosli trafen.

Das Pfeifgeräusch an den Vorderrädern ist nun dauernd vorhanden, sodass wir am nächsten Morgen nach Faro zur Mercedesvertretung fuhren um nach den Radlagern sehen zu lassen.  Pünktlich zur Öffnungszeit waren wir da, aber Portugal wäre nicht Portugal wenn alles flott vorangehen würde. Nach etwa 3 Stunden waren alle Formalitäten erledigt und der Werkstattmeister schaute unseren Harry dann den Vorderachsbereich genauer an. Was er feststellte war für uns nicht gerade eine Freude. Es sind nicht die Radlager die Probleme machen sondern der vordere Antriebsstrang ist derartig ausgeschlagen, dass er uns von der Weiterfahrt nach Deutschland absolut abriet. Der Schaden entstand aber nicht erst während unserer Reise sondern musste schon viel länger vorhanden sein. Klar das Fahrzeug hatte von Anfang an Spiel im Antrieb was bei der Kilometerleistung laut unserer Werkstatt in Deutschland völlig normal sei. Jedoch wäre das alles kein Problem – eine krasse Fehleinschätzung!! Das hätte man beim Austausch der Bremsanlage an der Vorderachse sehen und uns darauf aufmerksam machen müssen. So etwas ist für mich grobe Fahrlässigkeit, denn der Schaden der nun vorhanden ist hätte teilweise vermieden werden können. Geschweige dem Risiko das wir ausgesetzt waren mitten in unserer Reise einen massiven Schaden am Fahrzeug zu erleiden. Das Ganze wird daher auch noch ein Nachspiel haben.
Am Montag kommender Woche ist nun wieder Werkstatttermin in Faro und da wird dann der komplette vordere Antrieb ausgetauscht. Danach hoffen wir unsere Reise ungestört fortsetzen zu können. Bis dahin geniesen wir tagsüber den Atlantikstrand oder machen mal wieder Hausputz und gehen waschen. Beim Waschen ist dann Arbeitsteilung angesagt: Unsere Wäsche wird von einer Waschmaschine gewaschen und Harry vom Regen der hier teilweise reichlich vom Himmel fällt.

Da unser Harry vom Antriebsseite aus immer noch Probleme aufwies, entschlossen wir uns zügig nach Deutschland zurückzukehren. Mit einem Zwischenstopp in der spanischen Extremadura, wo wir uns noch mit einigen Freunden trafen, erreichten wir 6 Tage später unseren Heimathafen.

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