Skandinavien 2019 Teil 8


Am Freitagmorgen beschlossen wir noch einen Tag auf dem Parkplatz der Amethystmine stehen zu bleiben, um Milka mal wieder etwas Auslauf zu verschaffen wanderten wir den 2,6 km langen Weg zu der Mine hoch.
Etwa auf halber Strecke sahen wir sie dann: 3 Rentiere stapften, keine 10 m entfernt, parallel zu uns durch den Wald und ließen sich durch unsere Anwesenheit nicht im Geringsten stören. Auch unsere Milka blieb total unbeeindruckt von den Dreien und saß ganz ruhig da, während wir Fotos machten.


Oben beim Eingang zur Mine gibt es eine Wanderhütte, in der sich ein kleines Restaurant befindet. Wir gingen nicht hinein, sondern wanderten zu unserem eigenen kleinen Restaurant in unserem Harry zurück.

Baumbärte

Der Samstag (21.9.2019) war mal wieder ein reiner Fahrtag. Wir wollten nun endlich in den Oulanka Nationalpark. Sehr schnell kamen wir allerdings nicht voran, da wir vorsichtig fahren und immer wieder anhalten mussten. Immer wieder liefen plötzlich lebensmüde und den Freitot suchende, tarnfarbige Rentiere auf die Straße.  Ein Zusammenprall mit so einem Vieh ist garantiert kein Spaß. Da bleibt einem nichts anderes übrig als zu warten, bis diese seltsamen Verkehsteilnehmer wieder die Straße frei machen. Am Nationalpark angekommen standen sehr viele parkende PKW und auch Wohnmobile schon mehrere hundert Meter vor dem eigentlichen Parkplatz am Seitenstreifen. Was ist denn hier los? Wir schauten uns nur erstaunt an. Am besten wir machen hier gleich wieder die Mücke und verschwinden. Zum Glück mussten wir zum Wenden bis zum Parkplatz vorfahren und siehe da, der war nur gut halb voll. Auch fuhr kurz nach unserer Ankunft noch eines der dort abgestellten Wohnmobile weg und dadurch bekamen wir noch einen super Übernachtungsplatz. Warum an diesem Samstag derartig viele Menschen den Park besuchten, erschloss sich uns jedoch nicht.
Am nächsten Morgen starteten wir sehr früh zur kleinen Bärenrunde, eine Wanderung von ca. 12 km. Das hört sich nach nicht viel an, jedoch hat diese Tour schon ihre Herausforderungen. Immer wieder sind kurze aber kernige Auf und Abstiege, hauptsächlich in Form von Treppenbauten, zu bewältigen. So etwas macht uns richtig Spaß, zugegeben die letzten Anstiege waren dann doch sehr mühsam. Nach knapp 4 Stunden standen wir wieder an unserem Harry, freuten uns auf das Mittagessen und einen geruhsamen Nachmittag.

Unglückshäher
Gemütliches Lagerfeuer in einem Shelter


Nach einer erneut sehr ruhigen Nacht auf dem Wanderparkplatz verspürten wir immer noch Bewegungsdrang und so hieß unser nächstes Ziel Riistunturi Naturpark. Dort machten wir uns auf eine, wenn auch nur 1,5 stündige, Rundtour zu dem Berggipfel, der dem Park seinen Namen gibt. Während der Wanderung schickte der nahende Winter immer wieder mal einen seiner Boten in Form von leichten Schnee- und Graupelschauern in die Region. Für uns bedeutet dies, dass wir uns nicht mehr allzulange im Norden aufhalten werden.

Es ist kalt geworden


Für den nächsten Abend war die Polarlichtvorhersage gut, auch die Wetterfrösche sagten für die Nacht wolkenlosen Himmel voraus. Deshalb fuhren zu einem kleinen Platz an einem See mit Nordausrichtung, der etwa 60 km westlich von Rovaniemi liegt und auf dem wir im letzten Jahr schon einmal standen. Perfekt gelegen mit freiem Blick nach Norden.
Tatsächlich hatten die Wetterfrösche recht, was den klaren Himmel anbetrifft, auch die Lady Aurora schaute für einige Zeit vorbei. Sie zierte sich aber doch etwas, was ihre Intensivität anbelangt. Anstatt über den Himmel zu wabern, zeigte sie sich mehr wie ein Bogen, der fast regungslos über dem Horizont zu hängen schien. Wir freuten uns trotzdem, dass sie zu unserem Abschied aus Finnland nochmals vorbeigeschaut hat. Ich hab mich einfach in diese Dame verliebt und daher werde ich bestimmt wegen ihr wieder in den Norden reisen!

Aurora Borealis bei der Blauen Stunde


Die Tage danach waren fast ausschließlich geprägt vom Fahren, denn wir hatten einen Weg von 2500 km bis nach Hause zurückzulegen.


Ohne besondere Vorkommnisse ging es entlang der Ostsee durch Schweden immer weiter nach Süden. Über die große Brücke mit anschließendem Tunnel erreichten wir Dänemark und setzten danach mit der Fähre auf die Insel Fehmarn über. Lüneburg, Kassel, Fulda und Stuttgart waren die Orte in Deutschland an denen wir vorbeifuhren, ehe wir am 1.10.2019 wieder unseren Heimatort erreichten.
Eine wunderschöne, wenn auch stellenweise etwas anstrengende Reise ist nun zu Ende gegangen. Aber nach einer Reise, ist auch vor einer neuen Reise. Die Planungen dazu können nun beginnen.

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