8. Von Zagora nach Telouet

9.März

Endlich traf das Kunststoffmaterial ein, aus dem ein Monteur von Alis Garage einen provisorischen Innenkotflügel für unseren Papillon machen wollte. Nachdem er um 10.00 Uhr damit angefangen hatte war das Werk dann nach einigen Unterbrechungen um 15.30 Uhr endlich fertig. In Marokko muss man Geduld mitbringen 🙂 Ali hatte natürlich die Rechnung noch nicht fertig. Wir einigten uns daher, dass wir für zwei Nächte zu seinem Cousin Belaide auf den Campingplatz Prends Ton Temps gehen werden damit wir unser Fahrzeug auch innen reinigen können. Außen wurde es ja mittels Hochdruckreiniger von einem Mitarbeiter Alis bereits vom Straub befreit.Der Campingplatz ist eine Oase mitten in der Stadt. Wunderschön mit Palmen bewachsen unter denen man reichlich Schatten findet. Auch die Gestaltung des Platzes selbst mit vielen Sofas im Schatten von Zelten, die als Ruheorte wunderbar geeignet sind. Hier kann man sich total von der Außenwelt zurückziehen. Auch gibt es sehr guten Couscous mit Gemüse und Hühnchen an, den man im Garten oder in einem Zelt genießen kann. Manchmal bietet der Besitzer auch in Form einer musikalischen Darbietung, mit alten Instrumenten, noch einen besonderen zweiten Nachtisch an.

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10.März
Den heutigen Tag nutzten wir zum Reinemachen, Blog schreiben und Faulenzen.

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11. März
Ali hat die Rechnung nun fertig. Sie liegt weit über dem, was wir erwartet haben, da der Hauptposten ja Löhne sind und die sind in Marokko extrem niedrig. Aber die Kupplung als Ersatzteil kostet in Marokko gut das Doppelte als in Deutschland. Auch sonst hat der Marokkanische Meistermonteur kräftig zugelangt. Diesen Preis akzeptierte ich nicht, obwohl mir ja fast nichts anderes übrig blieb. Ali argumentierte immer auch damit, dass er ja auch einen sehr großen Aufwand hatte uns nach Zagora zu bringen. Das stimmte allerdings. Wir einigten uns dann aber schließlich, obwohl ich noch immer der Meinung bin, dass es für marokkanische Verhältnisse zu hoch sind. Alis Preise haben fast europäisches Niveau, allerdings hat die Werkstatt auch sehr gute Arbeit geleistet und Ali Nassir braucht seinen Kunden nicht nach zulaufen. Er hat einen hervorragenden Ruf und jede Menge 4×4 Fahrer kommen zu ihm wenn sie ein Problem mit ihren Fahrzeugen haben.
Wir sind Ali jedenfalls sehr dankbar dass er uns geholfen hat.
Nachdem wir bezahlt hatten, wollten wir die Strecke von und nach Mhamid doch mal bei Tag befahren. Es hat sich gelohnt, denn die Landschaft ist schon faszinierend. Vor allem wenn man die letzte Bergkette in Richtung Mhamid durchfahren hat und dann sich vor einem die Sandwüste mit ihren Sanddünenfeldern auftut. Mhamid selber ist allerdings nicht sehenswert. Es dient auch hauptsächlich als Startpunkt für Touren in den Erg Chegaga.

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Ein kleiner Sandteufel

Wieder zurück in Zagora wollten wir unseren Dieselvorrat wieder auffüllen was wir dann aber erst an der 3 Tankstelle tun konnten, da die beiden anderen keine Kreditkarten akzeptierten, obwohl an der Einfahrt dafür geworben wird. Ca. 20 km hinter Zagora fanden wir dann einen Platz im Draa Qued zum Übernachten. Wir standen direkt in der Nähe der Palmen, die hier am Flussbett entlang stehen und sahen zu wie der Mond über unserem Schmetterling aufging.

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12.März
Eine ganze Zeitlang führte die Straße nach Ouarzazate entlang der Palmenwälder des Draa Queds. Seitlich an der Bergseite der Straße haben die Bewohner des Tales ihre Häuser errichtet. Im Qued selber befinden sich ihre Gärten und Äcker auf denen sie Lebensmittel anbauen, vorwiegend Getreide. Immer wieder stehen Händler mit einem Tisch am Straßenrand auf dem sie Päckchen mit Datteln zum Verkauf anbieten.

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Bei Agdz verläßt die Straße dann das Draa Qued um sich von nun an in vielen Kurven durch das Gebirge zu schlängeln.
Ab Ouarzazate führt die N9 dann zuerst durch eine Hügellandschaft mit Blick auf die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas.

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Nach wenigen Kilometern geht es dann langsam immer mehr in die faszinierende Bergwelt mit ihren tiefen Schluchten, an deren Grund teilweise Palmen wachsen, hinein. Immer höher bis zum Tischka Pass auf 2260 m Höhe.

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In vielen Kehren geht es nun wieder zum Teil auf recht enger Straße, die aber derzeitig ausgebaut wird, hinunter in Richtung Marrakesch. 60 km vor Marrakesch weitet sich die Landschaft und die Hänge der Berge sind nun wieder mit Bäumen bewachsen und in den Tälern sind sehr viele Getreidefelder. Unsere Augen mussten sich erst wieder an das satte Grün überall gewöhnen nach den vielen Tagen die wir in der Wüste verbracht hatten, wo es außer Palmen fast nichts Grünes zu sehen gab. Gegen 18. Uhr trafen wir dann auf dem Campingplatz Camping Car Maroc ein. Das war heute wirklich ein langer Fahrtag mit ca. 300 km sehr kurvenreicher Strecke und ebenso vielen wunderbaren Eindrücken.

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13 März
Marrakesch, die Faszinierende! Hier kann man den Orient tatsächlich fühlen. Als wir heute morgen auf den Parkplatz direkt bei der Coutoubia Moschee fahren wollten, meinte es unser Navi Olga mal wieder gut mit uns. Sie suchte eine Strecke heraus bei der wir bestimmt sehr schnell ans Ziel gelangt wären, wenn wir nur ein Moped gehabt hätten. Wir fuhren brav, wie wir ja immer sind, nach den Anweisungen von Olga. An der Stadtmauer von Marrakesch angekommen ging es erst mal durch ein Stadttor hinein. Dann führte Olga uns noch ein paar Straßen weiter, die allerdings immer enger wurden. Nach 3 mal abbiegen war es dann soweit: Wir standen vor einem Steintor mit vielleicht 2m Durchfahrtshöhe. Also mit Luft aus den Reifen lassen kommen wir hier auch nicht durch! Wenden unmöglich!! Also ging es von nun an im Rückwärtsgang weiter, allerdings kamen von hinten immer mehr Mopedfahrer angefahren und versuchten sich an uns vorbei zu quetschen. Nach etwa 300 Metern war dann die Straße wieder so breit, dass wir mit ausnutzen des Gehsteiges unseren Schmetterling wenden konnten. Das ging ja gerade nochmals gut, aber anstrengend war es trotzdem. Nach einigem Suchen fanden wir dann die Zufahrtsstraße zu dem Parkplatz, auf dem wir dann unseren Papillon abstellten.

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Nun machten wir uns auf die Medina ein wenig zu erkunden. Soll ja ganz einfach sein, da man laut unserem Reiseführer immer wieder den Turm der Moschee sehen soll, bei der sich ja unser Parkplatz befindet. Wir also frohen Mutes hinein in die orientalische Welt und treiben lassen .Es ist immer wieder schön durch eine Medina und den dazugehörenden Souk zu schlendern, wenn auch der größte Teil der Produkte, die hier angeboten werden, überall die gleichen sind. Interessant ist es wenn man wie wir heute durch Zufall etwas abseits der Hauptgassen kommt und dann sehen kann, dass hier inmitten der Medina noch altes Handwerk, wie das der Schmiede und der Lederverarbeiter praktiziert wird.

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Nach etwa 2 Stunden hielten wir dann mal Ausschau nach dem Turm. Er war trotz intensivem Suchen nicht zu sehen. Nach einiger Zeit entdeckten wir allerdings in den zum Teil nach oben fast geschlossenen Gässchen blaue Wegweiser. Ein paar Ecken weiter stand dann auf einem der Platz Jemmaa el Fnaa, der Platz der Gehängten. Da müssen wir hin, denn von da aus kann man den Turm der Moschee gut sehen. Wenig später standen wir dann wieder vor unserm Papillon und Milka freute sich riesig.

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Abends gingen wir dann nochmals auf den Jemmaa el Fnaa. Allabendlich versammeln sich viele Menschen um entweder dem Treiben der Schlangenbeschwöhrer, Gaukler und Trommlergruppen zuzusehen und zuzuhören oder aber in einem der vielen kleinen Restaurants, die hier abends öffnen essen zu gehen. Wir zogen es aber vor in eines der Restaurants mit Dachterrasse am Rande des Platzes zu gehen, von denen aus sich ein wunderbarer Blick auf den Platz bietet.

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14.März

Marrakesch hat aber leider auch ein anderes Gesicht das nicht ganz so schön ist. Polizeibeamte, die es vorwiegend auf Touristen abgesehen haben. Wir durchfuhren einen Kreisverkehr mit Vorfahrtachten Schild. Etwa 150 Meter danach wurden wir von zwei Polizeibeamten gestoppt, ebenso ein italienisches Fahrzeug, das aus der Gegenrichtung kam. Uns wurde vorgeworfen dass wir am Kreisverkehr das Stoppschild nicht beachtet hätten. Ich fragte einen der beiden Polizisten wo da denn ein Stoppschild wäre! Er sagte nur, es wäre da. Es gibt aber dort gar keines! Wir mussten trotzdem 400 DH also etwa 40 Euro Strafe bezahlen. Nachdem wir und der Italiener seine Strafe bezahlt hatten, fuhren die beiden Polizisten eilig davon. Das Geld landet sehr wahrscheinlich nicht in der Staatskasse, obwohl wir einen Strafzettel ausgestellt bekamen. Wir können ihn leider nicht lesen, da er in arabischer Sprache verfasst ist! Auch wurden außer dem Italiener uns uns auch niemand angehalten. Die Marokkaner blieben alle unbehelligt. Naja irgendwer muss den Polizisten ja zu ihrem Gehalt verhelfen. 🙂
Wir fuhren dann wieder in Richtung Ouarzazate zurück. Ein paar Kilometer nach der Passhöhe bogen wir in die kleine, stellenweise pisterartige, Straße nach Telouet ein. Dort stellten wir uns dann bei der Auberge Telouet auf den Stellplatz. Hier werden wir es uns jetzt ein paar Tage gut gehen lassen.

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2 Kommentare zu 8. Von Zagora nach Telouet

  1. Alexandra S. sagt:

    Hallo Udo,
    vielen Dank, dass Ihr uns an Euren tollen Reisen teilhaben lasst. Die Bilder gefallen mir auch sehr gut und machen Lust darauf mal wieder eine Reise in das ferne Marokko zu buchen. Mit der Polizei ist mir bereits eine ähnliche Geschichte passiert, das scheint wohl Gang und Gäbe zu sein. So ist das wohl, wenn der Staat den Beamten keinen vernünftigen Lohn bezahlt.. Ich freue mich schon auf weitere Artikel. Liebe Grüße,
    Alexandra

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