Südfrankreich April 2014

  Tag 1

Mittwochmorgen, wie spät ist es? Schon 7.30 Uhr? Wir haben verschlafen! Dabei müssen wir doch noch Lebensmittel einkaufen, Diesel und Gas auftanken und wollen heute Abend am Vogelpark in Villars les Dombes sein. Aber nur die Ruhe – Wir haben ab heute Urlaub. Also alles in Ruhe angehen lassen und gemütlich frühstücken. Gegen 10 Uhr war der Dieseltank und Gastank aufgefüllt und wir machten uns auf nach Frankreich. Lebensmittel kauften wir dann in Frankreich ein.Um zügig voran zukommen wählten wir diesmal trotz unserer sonstigen Gepflogenheit die gebührenpflichtige Autobahn in Richtung Süden. Gegen 20 Uhr sind wir dann am Vogelpark in Villars les Dombes angekommen und wie erwartet standen dort schon an die 50 Wohnmobile im hinteren Bereich des großen Parkplatzes. Und das trotz der Schilder, die darauf hinweisen, dass hier nachts keine Wohnmobile erlaubt sind. Aber so ist es in Frankreich, viele Schilder und nur wenige halten sich daran 🙂

Tag 2

Am nächsten Tag besuchten wir dann den Vogelpark. Sehr schöne, weitläufige Anlage. Die 16 Euro Eintritt pro Person sind zwar schon etwas heftig, aber der Park bietet dafür schon einiges was sehenswert ist. Gegen Abend gingen wir noch zu Fuß nachVillars les Dombes. Es ist eines der typischen leicht verschlafen französischen Städtchen mit Charme aber ohne besondere Highlights.

Tag 3

  Nach einer weiteren Nacht auf dem Parkplatz des Vogelparks ging es dann weiter nach Arles an der Rhone. Wir wählten ab Lyon die Route rechts der Rhone. Die ist schöner und kurzweiliger als die Strecke gen Süden über die Route National auf der anderen Rhoneseite. In Arles angekommen fuhren wir zum offiziellen Stellplatz beim Bahnhof. Jedoch waren die ausgewiesenen Plätze durch Dauercamper schon belegt. Also machten wir es anderen Wohnmobillisten nach und stellten uns einfach auf den angrenzenden Busparkplatz.

Tag 4

Diese Stadt wollen wir uns nun anschauen. Arles hat auf uns einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Es ist für uns die typische südfranzösische Stadt überhaupt. Die Altstadt rund um das Amphitheater ist echt sehenswert, auch den Wochenmarkt am Samstagmorgen sollte man nicht verpassen. Rundum eine ein Stückchen Erde zum Wohlfühlen.

Am Nachmittag machten wir uns dann auf in Richtung Les Baux, mit einem Zwischenstop am Aquädukt von Berbegal, welches noch aus der Römerzeit stammt. Über dieses Aquädukt wurde Wasser von den rückwärtigen Hügeln an einen Abhang geleitet wo dann 8 Wassermühlen mit 16 Mühlrädern betrieben wurden.

Gegen Spätnachmittag fing dann der Mistral so stark an zu blasen, dass man oben auf der Burg von Les Baux schon sehr aufpassen musste, wenn man nicht unfreiwillig ins Tal befördert werden wollte. Der Ort selber ist total auf den Tourismus ausgerichtet. Ein Verkaufsladen am anderen und überall bekommt man fast die gleichen Produkte. Die Felsenburg oberhalb des Dorfes jedoch sollte man auf jeden Fall besuchen. Es ist eine sehr weitläufige Anlage von wo man aus eine sehr schöne Rundsicht über das Land hat. Von der Burg selber stehen leider nur noch Ruinen. Zerstört wurde sie im 17. Jahrhundert durch Richelieu, da die Burg und die Ansiedlung ein Zufluchtsort für Protestanten war. Der derzeitigen Eigentümer der Burg ist momentan die Familie Grimaldi aus Monaco. Unterhalb der Festung verbrachten wir die Nacht auf einem etwas abgelegenen Parkplatz.

Tag 5

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf nach Saint-Rémy-de-Provence um dort eine Rundwanderung (Tour Nr.11) im den Gebiet der Alpilles zu machen. (Unsere Wanderungen sind im Wanderführer Provence von Ralf Nestmeyer beschrieben).

Für die Nacht fuhren wir dann wieder auf den Parkplatz bei Les Beaux zurück, wo wir auch schon die Nacht zuvor standen.

Tag 6

Weiter ging es dann nach Orgon im Durance Tal wo wieder eine Rundwanderung (Tour Nr.12) auf uns wartete. Diese hatte es wahrlich in sich. Obwohl wir erst April hatten, heizte die Sonne das Gelände derartig auf, dass diese Tour zu einer schweißtreibenden Angelegenheit wurde. Nachdem wir die Hochebene erreicht hatten wurde es dann ,bedingt durch ein wenig Wind, etwas angenehmer zum Wandern.Wieder bei unserem Fahrzeug angekommen fuhren wir dann zum Übernachten an einen unserer Lieblingsorte in der Provence, nach Menerbes.

Tag 7

Der nächste Morgen war wolkenverhangen und es regnete leicht. Ein Tag wie geschaffen um Besorgungen zu erledigen.Wir machten uns also auf den Weg in die Nähe von Roussilon um dem Winzer unseres Vertrauens einen Besuch abzustatten. Nach einer ausgiebigen Weinprobe und dem Problem, wo bringen wir den ganzen Wein den wir kauften unter, ging es weiter nach Oppedette im Tal des Cavalon wo wir dann auch die Nacht verbrachten. Hier hat der Cavalon im Verlauf der Jahrtausenden eine sehr schöne Schlucht geschaffen, welche man in ca. 3 Stunden umwandern kann. Es besteht auch die Möglichkeit vom Besucherparklplatz aus in die Schlucht hinab zu steigen. Hier sollte man allerdings trittsicher sein und festes Schuhwerk an den Füßen haben.

Tag 8

Am Mittwochmorgen fuhren wir dann nach Rustrel um wieder eine Wanderung (Tour Nr 17) rund um die dortigen Ockerbrüche zu machen. Danach gingen wir dann noch direkt in die Ockerbrüche hinein.Hier kann man die Brüche, im Gegensatz zu denen in Roussillon, noch richtig erleben. Man wird nicht nur auf vorgegebenen Wegen durchgeleitet, sondern kann auch die Wege verlassen und und das Areal teilweise selber erkunden. Die anschließende Nacht blieben wir dann auf dem Parkplatz, welcher zu den Ockerbrüchen gehört.

  Tag 9

Am nächsten Tag wollten wir dann die Gorges du Régalon durchwandern ( Tour Nr.21). Sie ist die engste Schlucht in der Provence. Also fuhren wir wieder ein Stückchen zurück ins Tal der Durance in die Nähe von Mérindol. Dort angekommen war nur die Möglichkeit die Parkplätze entlang der kleinen Zufahrtstraße zu nutzen. Der eigentliche Wanderparkplatz war gesperrt. Den Grund konnten wir dann auch auf einem Hinweisschild lesen. Die Schlucht ist für Wanderer derzeit gesperrt! Aber was ist das Leben ohne ein wenig Abenteuer. Also Bergschuhe an, Rucksack mit Wasser und Proviant aufsetzen und los in Richtung Eingang der Schlucht. Dort versuchte uns dann ein Absperrband den Weg zu versperren. Davon ließen wir uns allerdings nicht aufhalten. Nach ca. 15 Minuten weiter im Innern der Schlucht sahen wir dann den Grund der Sperrung: Ein Felssturz hatte den Wanderweg blockiert. Also war nun Klettern angesagt. Es war aber nicht allzu schwierig über die herabgestürzten Felsbrocken hinweg zukommen. Danach konnte man die Schlucht ohne weitere Behinderung weiter hoch wandern und wir konnten unsere Rundtour fortsetzen. Allerdings sieht die Wand, wo die Felsenstücke abgerutscht sind, nicht gerade Vertrauenswürdig aus. Überall hat es da noch Risse im Gestein. Oben auf der Hochfläche hatten wir einen fantastischen Blick in das Gebirge des Luberon. Zurück zum Auto ging es dann durch eine weitere Schlucht, welche aber nicht mehr ganz so spektakulär war.

Die Nacht verbrachten wir dann auf dem Parkplatz direkt neben der fast nicht befahrenen Zufahrtsstraße. Gegen Mittag fuhren wir dann nochmals nach Arles. Diesmal war der Busparkplatz zum Teil abgesperrt da dort auch Fahrgeschäfte vom Osterjahrmarkt aufgebaut wurden. Also wurden dann auf einer Busparkspur nun zwei Wohnmobile geparkt und so war Platz für alle.

Tag 10

Den nächsten nächsten Vormittag nutzen wir dann um nochmals auf den Wochenmarkt zu gehen und nochmals eine kleine Runde durch die Stadt zu machen.

Tag 11

Am Sonntag stand dann der Besuch von Lourmarin auf dem Programm. Sehr schönes kleines provenzalisches Städtchen mit netten Boutiquen und Restaurants. Uns war es allerdings doch ein wenig zu touristisch.

Obwohl wir auf dem sehr vollen Wohnmobilstellplatz noch eine Lücke gefunden hatten, zogen wir es dennoch vor uns an einen ruhigeren Platz für die Nacht nach Menerbes zu begeben auf dem wir schon des Öfteren Nachts standen.

Tag 12

Montagmorgens machten wir uns dann auf den Weg an den Lac de Sainte Croix. Ich weiß nicht warum, aber irgend etwas veranlasste mich unsere Rückfahrkamera während der Fahrt auf Nahbereich umzuschalten. Was wir dann auf dem Bildschirm sahen veranlasste uns sofort an der nächsten Haltebucht anzuhalten. An unserem Fahrradträger von EuroCarry war ein Haltearm gebrochen und der zweite hatte auch schon Risse. Aber für solche Fälle hat man ja zum Glück Kabelbinder und Spanngurte dabei. Nachdem wir die Fahrräder wieder befestigt hatten setzten wir unsere Fahrt wieder fort. In Cereste wollten wir dann Ver- und Entsorgen, jedoch war die dortige Toilettenanlage mit Gittertüren komplett verschlossen und der Außenwasserhahn abgestellt. Wieder eine Möglichkeit weniger um an frisches Wasser zu kommen. Nachmittags trafen wir dann ohne weitere Zwischenfälle auf dem Stellplatz in Sainte Croix ein. Abends machten wir dann einen längeren Spaziergang durch das Dorf und an den See hinunter. Mit zunehmender Dämmerung stellte sich eine sehr schöne Abendstimmung ein. An diesem Abend stand der Mond schräg über dem See und dadurch spiegelte sich das Mondlicht im Wasser und rundherum nur Stille. Ein perfekter Abend.

Tag 13 und Tag 14

Am nächsten Tag führte uns unser Weg dann in Richtung Mittelmeeküste. Wir trafen uns in Giens bei Hyères auf dem Campingplatz La Tour Fondue mit unseren Freunden vom Kastenwagenstammtisch SüdWest. zum diesjährigen Ostertreffen. Vom Campingplatz aus unternahmen wir zwei sehr schöne Wanderungen entlang der Klippenküste. Allerdings verließen wir nach nur 2 Nächten jedoch alle diesen wunderschönen Platz, da wir Abends derartig von Stechmücken malträtiert wurden, dass es nicht mehr auszuhalten war.

Tag 15 bis Tag 18

Also wurde das Ostertreffen kurzerhand in Richtung Norden an den Lac de Sainte Croix auf den Campingplatz Les Salles verlegt wo wir dann bis Montag blieben.

Tag 19 Montagmittags fuhren wir zusammen mit einigen Freunden vom Stammtisch SüdWest wieder an die Küste nach Carro auf den dortigen Stellplatz wo wir durch Glück im Laufe des Nachmittags alle nebeneinander einen Platz direkt am Strand bekamen. Den Abend verbrachten wir dann gemeinsam in einem Restaurant in Carro wo es leckeren Fisch und Meeresfrüchte gab.

Tag 20

Am nächsten Tag machten wir zusammen mit Michaela und Roland eine etwa dreistündige Radtour der Küste entlang. Doch irgend etwas stimmte mit unseren Fahrräder nicht. An beiden Fahrrädern bekamen wir plötzlich Probleme mit den Bremsen. Diese machten immer mehr zu, sodass die Räder nur bergab zum Fahren taugten und wir dadurch sehr oft schieben und zum Teil die Räder fast tragen mussten. Wie sich nach der Reise beim Radhändler herausstellte hat die hygroskopische Bremsflüssigkeit Wasser gezogen und dadurch ist der Druck in den Bremsleistungen angestiegen und die Bremsen haben dadurch zu gemacht. Das soll uns aber in Zukunft nicht mehr passieren und wir ließen die Bremsen gegen andere austauschen,welche als Bremsflüssigkeit Mineralöl nutzen.

Tag 21

Mittwochs verließen wir Carro und fuhren an den Plage de Piémanson wo wir dann mit drei Fahrzeugen direkt auf dem Sandstrand die Nacht verbrachten.

Tag 22

Hier wollen wir noch ein , zwei Tage bleiben, so war zumindest unser Plan. Leider kam dann Nachmittags die Gendarmerie und machte uns unmissverständlich klar dass wir den Strand sofort zu verlassen haben. Was wir nicht wussten, der Strand ist erst ab dem 1. Mai für Fahrzeuge frei gegeben, und es war noch April. Da unsere Freunde noch längere Zeit an der Küste bleiben und dann noch nach Uzes fahren wollten, trennten sich dort unsere Wege für diese Reise und wir fuhren dann alleine weiter nach Les Baux auf unseren kleinen Parkplatz auf dem wir während dieser Reise schon des Öfteren standen. Tag 23 Leider neigte sich nun unser Urlaub langsam dem Ende zu. So statteten wir unserem Winzer in Roussillon nochmals einen Besuch ab, denn der Weinvorat den wir am Anfang unserer Reise bei ihm gekauft hatten ging in den letzten Tagen doch mehr und mehr zur Neige. Nachdem wir diesen wieder aufgefüllt hatten, fuhren wir diesen Tag noch bis nördlich von Lyon an den Vogelpark von Villars les Dombes wo wir auch schon die ersten beiden Nächte dieser Reise verbracht hatten. Wieder waren, trotz Verbotsschilder sehr viele Wohnmobile auf dem Platz.

Tag 24

Am nächsten Tag fuhren wir dann auf der Autobahn wieder zurück nach Hause. Leider war nun unsere Reise schon wieder zu Ende und das Hamsterrädchen rufte.   Aber auf das Ende einer Reise folgt meistens auch immer wieder der Anfang einer neuen Reise.