Nordspanien, Portugal im September und Oktober 2015

Leider kann ich für den ersten Teil der Reise nur wenige Bilder einstellen, die entweder mit dem Smartphone von Sabine gemacht, oder mir von Evelyn großzügigerweise zur Verfügung gestellt wurden, da mir auf dieser Reise meine Digitalkamera entwendet wurde. Aber dazu später mehr.

Donnerstag Vormittag 17 September.

Jetzt wird es Zeit abzureisen sonst rückt uns die Baustelle in unserer Straße noch so nahe, dass wir nicht mehr vom Hof fahren können. Wir fahren zuerst nach Landau in der Pfalz wo wir das Wochenende mit unseren Freunden vom Stammtisch SüdWest verbringen wollen. Wie gewohnt hat Roland für das Wochenende wieder ein tolles Programm zusammengestellt. Nach einer Weinprobe, dem Besuch eines Schuhmuseums, einer Bergwerkbesichtigung und wie immer reichlichem und gutem Essen ging es am Sonntagnachmittag zusammen mit unserer Freundin Evelyn, welche uns auf dieser Reise zeitweise mit ihrem Kastenwagen begleitet, zu einem unserer Lieblingsübernachtungsplätze auf den Petit Ballon im Elsass.

Die nächste Etappe führte uns dann nach Treteau bei Moulin auf den Stellplatz am dortigen Angelsee.

Dienstags fuhren wir dann weiter nach Roccamadour das wir schon öfters auf unseren Reisen besucht haben. Als wir dort am Nachmittag ankamen waren wir doch sehr überrascht da der Parkplatz voll war mit Wohnmobilen. Wir fanden allerdings noch eine Stelle am Rande wo wir uns mit unseren beiden Fahrzeugen hinstellen konnten. Auf unseren bisherigen Besuchen dort waren immer nur wenige Fahrzeuge dort. Aber so ändern sich halt die Zeiten da es immer mehr Wohnmobile in Europa gibt.

Mittwochs machten wir uns von Roccamadour aus dann auf den Weg nach Cahors. Unterwegs sahen wir dann ein Straßenschild zum Opidum de Murcens. Kurz entschlossen folgten wir dem Schild und machten dann einen Spaziergang durch das Opidum. Viel zu sehen gibt es dort leider nicht mehr. Außer einer kleinen Schmiede und ein paar Steinhäufen war nicht mehr viel vorhanden, aber der kleine Umweg hat sich dennoch gelohnt. Auf dem dortigen Parkplatz blieben wir dann noch bis zum Nachmittag und setzten dann unsere Fahrt nach Cahors fort.

Direkt am Lot auf der gegenüberliegenden Flussseite der Altstadt fanden wir einen Parkplatz auf dem wir dann auch die Nacht in Gesellschaft drei weiterer Wohnmobile verbrachten. Cahors ist eine typische südfranzösische Stadt die allerdings noch sehr viel Restaurierungsmöglichkeiten besitzt. Uns hat diese Stadt allerdings gefallen mit ihren schmalen und verwinkelten Gässchen. Am beeindruckendsten fand ich persönlich die Größe der Basilika welche im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert und erweitert wurde was man deutlich an den verschiedenen Baustilen sieht. Auch die farbigen Glasfenster der Basilika sind in sehr modernen Stil gehalten was man bei so einem alten Gebäude eigentlich nicht vermuten würde.

Donnerstag 24.9. Heute wollen wir weiter am Lot entlang in Richtung seiner Einmündung in die Garonne. Über Albas das über dem Lot Tal liegt geht weiter nach Fumel und von dort aus führte unser Weg dann in das Mittelalterdorf Montflanquin. Auf dem dortigen Wochenmarkt deckten wir uns dann noch mit Lebensmittel ein.

Weiter ging es über eine große mit Wald bewachsene Hochebene bis dann auf einmal die Bergkette der Pyrenäen vor uns auftauchte. Zwischen Pau und Oloron Ste-Marie fanden wir dann einen Parkplatz, mit Blick auf die Pyrenäen, auf dem wir dann auch die Nacht verbrachten.

Am nächsten Morgen trennten sich dann eine zeitlang unsere Wege, Evelyn fuhr weiter in Richtung Biarritz und wir wollen noch einige Tage in die Berge fahren um eine Bergtour zu machen. Unser Weg führte uns über Tarbes und Viehla rüber auf die Südseite der Pyrenäen. Direkt nach dem Tunnel von Viehla fanden wir einen Wanderparkplatz auf dem wir bis zum Sonntagmorgen blieben. Samstags machten wir eine Bergwanderung zu dem Bergsee Estanh Redon. Die Tour hatte eine reine Wegzeit von 5,5 Stunden und rund 850 Höhenmeter. Unser Hund Milka ist mit uns noch nie so eine Tour gelaufen, aber sie machte das mit Bravour und war am Abend total müde, was auch verständlich ist da sie ja deutlich mehr Wegstrecke zurücklegt wie wir.

Sonntag 27.9. Nachdem wir unser Trinkwasser am Brunnen beim Parkplatz und unser Brauchwasser am Gebirgsbach wieder aufgefüllt hatten fuhren wir das Tal des Riu de Valarties abwärts in Richtung Vilaller. Entlang des Rio Isabena der teilweise durch fast atemberaubende Schluchten verläuft ging es weiter nach Graus.

Über Barbastro, Huesca Pamplona ging es dann wieder für 2 Tage zurück nach Frankreich wo Evelyn in Saint-Jean-de-Luz auf uns auf dem Campingplatz Bord du Mer auf uns wartete. Die Zeit dort ging mit dem Besuch des Städtchen mit seinem Wochenmarkt und der Markthalle, Nachmittags Wäsche waschen und Standspaziergängen sehr schnell vorbei. Mittwochmorgens führen wir dann wieder über Grenze nach Spanien. Über Donostia-San Sebastian, Bilbao und Santander ging es zu unserem Übernachtungensplatz am Strand der Playa de Oyambre.

Donnerstag 1.10. Heute fuhren wir ein paar km zurück nach Santillana de Mar. Santillana ist eines der best restaurierten Dörfer in Spanien und lädt geradezu zum Bummeln durch die Gassen ein. Jetzt Anfang Oktober ging es dort recht beschaulich zu, während sich in der Hauptsaison hier mit absoluter Sicherheit viele Besucher tummeln. Nachdem wir uns dieses Dorf ausgiebig angeschaut hatten schlugen wir wieder unsere alte Richtung ein und fuhren in das nur wenige km entfernte Comillas. In Comillas befindet sich die Villa “El Capricho” die von dem berühmten Architekten Antonio Gaudí entworfen wurde. Sabine und Evelyn schauten sich das Gebäude auch von innen an und waren total begeistert. Ich dagegen nahm mit unserem Hund Milka vornehm und machte mit ihr einen kleinen Spazieren durch den Ort und zum Auto zurück wo wir dann auf die beiden warteten.

Vorbei an unserem Übernachtungensplatz der letzten Nacht wollten wir eigentlich weiter in Richtung der Berge der Picos de Europa fahren. Allerdings kamen wir nur ein paar km weit und entdecken einen herrlichen Strand mit Parkplatz und entschlossen uns noch den Tag und die darauf folgende Nacht dort zu verbringen. Wir nahmen dann noch bei einer Wassertemperatur von ca. 23 Grad ein ausgiebiges Bad im Atlantik, selbst unser Hund traute sich in die Wellen. Am nächsten Morgen trennten sich dann unsere Wege wieder. Evelyn wollte weiter der Küste folgen und wir machten einen Abstecher in die Picos de Europa. Über Panes ging es ins Tal des Rio Cares um dort von der Talstation der Tunnelbergbahn von Bulnes durch die Schlucht Riego del Tejo nach Bulnes hochzuwandern. Bulnes ist das letzte Dorf in den Picos das ohne Straßenanbindung ist. Man kann es nur zu Fuß durch die Schlucht oder mit Tunnelbergbahn erreichen. Bulnes lebt heute fast ausschließlich vom Tourismus. Einige Bars und Restaurants laden dort zum Verweilen ein inmitten einer grandiosen Bergkulisse.

Nachmittags erreichten wir dann wieder unser Fahrzeug. Leider haben wir uns dann absolut dumm verhalten. Ich legte meine Kamera neben das Fahrzeug, Zog meinen Rucksack ab und holten dann von diesem den Fahrzeugschlüssel heraus. Sabine ging mit Milka gleich ins Fahrzeug und ich wollte noch die Wanderstöcke hinten im Auto verstauen und dabei geschah es dann: Irgend ein Anwesender auf dem Parkplatz hat dann seine Chance wahrgenommen und die Kamera entwendet obwohl ich sie nur wenige Augenblicke aus den Augen ließ. Ich hoffe nur dass ich diese Lektion gelernt habe und in Zukunft meine Dinge nicht mehr aus den Augen lasse und sie gleich sicher im Auto verstaue. Aber trotz dem Verlust, vor allem der Bilder, ließen wir uns die Reise nicht verdrießen. Wir führen weiter nach Solo de Cangas und von dort aus hoch zu den Lago de la Ericina. Kaum hatten wir uns dort für den Abend eingerichtet klopfte es an der Tür von unserem Kasten. Es waren Mitarbeiter der dortigen Parkverwaltung und machten uns höflich darauf aufmerksam dass wir hier über Nacht nicht bleiben dürfen und wir sollen doch bitte wieder zurück ins Tal fahren. Da wir keinen Ärger riskieren wollten fuhren wir dann halt wieder zurück nach Solo de Cangas um dort die Nacht auf einem ruhigen Parkplatz zu verbringen. Die Fahrt hoch zu den Lago ist aber auf alle Fälle sehr lohnenswert wenn auch die Straße stellenweise sehr schmal ist und zum Abgrund hin keine Sicherungssysteme vorhanden sind. In der Hauptsaison ist diese Straße allerdings für den Ividualverkehr gesperrt und man muss mit Bussen hoch zum Lago fahren. Die Bergregion und die Sicht auf die Picos verschlägt einem dort fast den Atem. Hier waren wir bestimmt nicht das letzte Mal. Die Picos sind eines der schönsten Gebirge welches ich bisher gesehen habe. Am nächsten Morgen fuhren wir dann wieder zurück an die Küste an den Playa de Vega wo wir noch einen ausgiebigen Spaziergang auf dem Sandstrand machten. Der nächste Morgen überraschte uns dann mit Regen. Daher beschlossen wir die Regenzeit zu nutzen und an der Küste weiter in Richtung Westen zu fahren. Am Playa de Peñarronda bei Ribaden fanden wir einen sauberen Parkplatz mit Picknickanlage. Hier verbrachten wir dann noch einen windigen, aber sehr sonnigen Nachmittag den wir zum Wäschewaschen nuzten, die Dank des Windes und der Sonneneinstrahlung im nu trocken war. Außerdem haben wir im Kasten mal wieder richtig Reine gemacht und ich nahm unsere 10 Jahre alte Olympus Digitalkamera , welche durch Zufall noch im Kasten war, in Betrieb. Wie war ich froh dass wir das alte Ding noch dabei hatten, obwohl ihre Bildqualität meilenweit von meiner Spiegelreflexkamera entfernt ist. Aber ich hatte damit wenigstens die Möglichkeit Bilder zu machen. Der nächste Tag gestaltete sich als ein Sehrschlechtwetteraussitztag. Morgends gingen wir Lebensmittel einkaufen und füllten unseren Dieseltank wieder auf. Auf den Mittag führen wir dann wieder auf den Parkplatz zurück und saßen das schlechte Wetter mit Starkregen und Sturmböen einfach aus.

Tags darauf war das Wetter dann deutlich besser und wir führen weiter nach Santiago de Compostela wo wir wieder auf Evelyn trafen. Problemlos fanden wir den großen Parkplatz am nördlichen Stadtrand von Santiago von wo aus wir dann zu Fuß ca. 15 Minuten in die Innenstadt benötigen. Die Stadt ist selbst noch im Oktober ein reiner Pilger und Touristenrummelplatz. Hier ist alles auf den Tourismus ausgerichtet, wenn man allerdings mit Hund unterwegs ist wie wir, bleiben einem die Kneipen welche nur Innenräume haben verwehrt. So mussten wir hält leider mit belegten Baguette vorlieb nehmen. Dieser Stadt kann ich persönlich nicht viel abgewinnen. Das ist aber meine persönliche Meinung, andere Menschen sind da bestimmt gegenteiliger Meinung.

Nach der Rückkehr zum Auto fuhren wir dann an diesem Nachmittag noch weiter nach Portugal in die Stadt Barcelos wo wir zwei weite Freunde von uns (Wilma und Jacques mit ihrem Hund Maurice) trafen. Wir blieben dann fast zwei Tage in Barcelos. Donnerstags ist dort immer Markt, der größte in Portugal. Von Kleidung über Haushaltswaren, lebenden Tieren bis hin zu Gemüse und Obst ist dort alles zu bekommen. Barcelos ist ansonsten ein kleines Städtchen das so langsam beginnt sich herauszuputzen.

Nachmittags fuhren wir dann auf einen ruhigen Parkplatz an der Küste wo wir dann die Nacht direkt hinter den Dünen verbrachten.

Freitag 9.10. Heute Vormittag fuhren wir gemeinsam nach Porto. Porto hat einen ganz besonderen Reiz mit seinen kleinen Gässchen die steil nach unten dem Fluss zu streben. In diesen Gässchen gibt es kleine rustikale Kneipen wo vor allem Portugiesen zu Mittag essen und wo man hervorragende landestypische Speisen bekommt. Ein markantes Bauwerk ist die doppelstöckige Stahlbrücke über die man vom oberen Bereich der Altstadt aus auf die andere Seite des Flusses gehen kann und man einen tollen Blick auf die Altstadt hat.

Gegen Abend sind wir dann ca. 7 km südlich auf einen Campingplatz gefahren um endlich mal wieder Wäsche zu waschen und den Kastenwagen wieder einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück erst mal zu Fuß zum nächsten Supermarkt um einige Lebensmittel und Fisch zum Grillen zu kaufen. Der Weg dorthin war allerdings länger als wir dachten, da uns die Dame am Empfang von unserem Campingplatz in die falsche Richtung geschickt hatte, oder vielleicht haben wir sie auch nur falsch verstanden. Nach 2,5 Stunden waren wir dann ziemlich geschafft wieder zurück bei unseren Fahrzeugen. Den Rest des Tages verbrachten Sabine und ich mit Kasten reinemachen und ausruhen. Die drei Anderen fuhren mit ihren Fahrrädern nochmals in Richtung Porto. Sonntag 11.10. Heute Morgen ging es weiter in Richtung Süden. Zuerst an den Praia (Strand) de São Jacinto und dann gegen Abend zum Übernachten nach Costa Nova Do Prado. Am nächsten Tag musste Jacques zuerst mal in eine Werkstatt mit seinem Kasten da seine Scheibenwischer streikten. Währenddessen schauten wir uns Costa Nova an , welches ein wunderschönes Fischerdorf ist. Allerdings wird das Geld heute dort auch vor allem mit den Touristen verdient.

Jacques wurde in der Zwischenzeit in der Werkstatt auf den nächsten Tag vertröstet. Also führen wir dann zusammen nach Aveiro, da diese Stadt in den verschiedenen Reiseführer als Venedig Portugals gepriesen wurde. Mich hat diese Stadt allerdings nicht sonderlich begeistert. Klar hat sie ein paar schöne Häuser und man hat die Möglichkeit mit Booten auf den Kanälen herumgefahren zu werden, das ist dann aber schon alles. Nachmittags ging es dann wieder zurück nach Costa Nova auf den Parkplatz.

Am Dienstag Morgen fuhr Jacques wieder in die Werkstatt und wir fuhren indessen vor nach Mira zum Einkaufen in den Intermarche wo wir auch die Möglichkeit hatten Wasser zu bunkern und das WC zu leeren. Nachdem Jacques und Wilma wieder zu uns gestoßen sind und an deren Kasten der Monteur von der Werkstatt lediglich festgestellt hatte, dass der Scheibenwischermotor defekt ist  sie aber leider  leider keinen am Lager haben und somit die Reparatur nicht durchführen können, machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg an den Praga de Mira wo wir dann bis zum nächsten Tag blieben.

Weiter ging es dann nach Nazaree, dem Wellenreiter Eldorado in Portugal mit den höchsten Wellen weltweit wo schon Weltrekorde im Wellenreiten aufgestellt wurden. Hier soll es die höchsten Wellen weltweit geben. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir dann noch den Markt in Tocha. Am Praia Salgado verbrachten wir dann die Nacht.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Lissabon wo endlich der Scheibenwischermotor an Jacques Kasten ausgetauscht werden konnte. Allerdings erst bei der 3. Werkstatt die er in dieser Stadt aufgesucht hatte. Gegen Abend waren wir dann alle auf dem Campingplatz Lisboa Camping+Bungalows südlich von Lissabon. Am nächsten Morgen sollte es dann mit dem Bis in die Innenstadt gehen. Pünktlich um 9.30 Uhr waren wir an der Bushaltestelle. Der Bus kam, wir wollten einsteigen jedoch machte uns die Busfahrerin unmissverständlich in einem ziemlich barschen Tonfall klar: Keine Hunde!!! Da standen wir nun, zum Laufen war es zu weit, also zurück zum Campingplatz. Dort bestellte man uns dann 2 Taxi. Als das erste Taxi kam und der Fahrer sah dass wir für die Hunde keine Transportbox hatten war ihm das nicht so recht. Er nahm uns dann aber doch mit. In Portugal ist in öffentlichen Verkehrsmitteln die Mitnahme von Hunden nur in Transportboxen möglich. Wir hatten aber dennoch einen wunderschönen Tag in Lissabon obwohl wir dadurch alles was wir sehen wollten zu Fuß erkunden mussten. Die Rückfahrt zum Campingplatz gestaltete sich dann jedoch auch nicht einfach, aber nicht wegen der Hunde. Der Taxifahrer mit dem Evelyn und wir fuhren wusste leider nicht wo unser Campingplatz war. Erst nach dem er sich verfahren hatte und dann mehrmals nachgefragt hatte und er nochmals mit der Zentrale telefoniert hatte fand er dann den Weg.

Am Abend feierten wir unseren Abschied von einander, denn am nächsten Morgen trennten sich dann unsere Wege. Evelyn fuhr zu einer Freundin an die Algarve weiter, Jacques und Wilma wollten auch weiter in Richtung Süden fahren und wir wollten noch ein wenig in der Nähe von Lissabon bleiben und auch an den westlichsten Punkt vom Festland Europa fahren an das Capo da Roca. Das die Fahrt dorthin sich jedoch zu einem kleinen Abenteuer entwickeln würde ahnten wir an diesem Abend aber noch nicht. Der nächste Tag empfing uns dann mit zum Teil heftigen Regenschauern so dass die Besichtigung des Torre de Belém buchstäblich ins Wasser fiel. Daher fuhren wir gleich weiter nach Sintra. Dort begann es dann nicht nur noch stärker zu regnen sondern es fing auch noch gewaltig an zu stürmen. In der Stadt selber wurde ein Baum einigen Personen anscheinend zum Verhängnis als Äste heruntergerissen wurden denn es waren nicht nur die Polizei sondern auch noch 2 Rettungswagen, die uns zuvor passiert hatten, im Einsatz. Wir wollten ja weiter zum Capo da Roca und deshalb führen wir von der Stadtmitte aus auf einer schmalen Seitenstraße durch einen Wald stadtauswärts. Plötzlich versperrte uns ein umgerstürzter Baum die Weiterfahrt. Zum Glück konnten wir wenige Meter zurück an einer Zufahrt zu einer Parkanlage wenden. Wir kamen allerdings keine 200 Meter weit, als direkt am Eingangsportal eines kleinen Palastes uns heruntergefallen Äste die ein Stromkabel mit heruntergerissen hatten erneut die Weiterfahrt versperrten. Die Äste waren kein Problem jedoch ließen mich die Mitarbeiter des Kassenhäuschen am Palast nicht weiterfahren in dem sich eine Person demonstrativ vor unser Fahrzeug stellte. Sie behaupteten es wäre Lebensgefährlich über das Stromkabel zu fahren. Dieses konnte ich zwar nicht nachvollziehen, da das Kabel ummantelt war. Dafür hatten wir dann die folgenden 2 Stunden eine interessante Theatervorstellung in Sachen Katastrophenmanagement auf Portugiesisch. Zuerst kam ein Polizist vorbei und versuchte durch umrangieren der Autos die dort eingeschlossen waren die Situation in Griff zu bekommen. Plötzlich jedoch war er verschwunden. Dann kamen mehrere Personen vom Zivilschutz und forderten die Feuerwehr an. Diese kam dann auch nach einer Stunde, fuhr bis zum Palast vor und überfuhr dabei ganz problemlos das Kabel. Ich fing darauf an mit der Leiterin der Zivilschutztruppe an zu diskutierten, jedoch ohne Erfolg. Sie blieb dabei es wäre zu gefährlich über das Kabel zu fahren. Nach einer weiteren halben Stunde kam sie dann jedoch endlich zu der Einsicht dass man doch darüber fahren könnte. Dazu standen dann im Abstand von 3 Meter 2 Mitarbeiter des Zivilschutzes auf das Kabel damit es wenn man darüber fährt nicht bewegt werde. Endlich konnten wir dann unseren Weg fortsetzten und Sintra verlassen. Das Capo da Roca erreichten wir dann auf einer anderen Route. Nach so viel Abenteuer (grins) verbrachten wir den restlichen Tag und auch den Sonntag am Praia de São Lourenco in der Nähe von Ribamar.

Montag. 19.10. Heute Morgen ging es erst mal zu Aldi und Lidl zum Einkaufen. Danach fuhren wir durch die Estremadura das Hinterland der Küste nördlich von Lissabon in Richtung Norden nach Alcobaca von wo wir aus ein wenig nach Osten ins Landesinnere fuhren und Porto de Mos beim Schwimmbad einen schönen Stellplatz für die Nacht mit Blick auf die Burg fanden. Am nächsten Morgen führen wir dann noch hoch zur Burg von wo aus man eine tolle Sicht auf die Stadt und die umliegenden Hügel hat.

Weiter ging es durch eine Karstlandschaft über Alvados, Torres Novas zur Templerburg Almourol. Wir waren echt überrasscht als wir auf dem dortigen Parkplatz auf einen Truppenteil einer Brigarde der Bundeswehr aus Minden trafen die dort im Rahmen einer Natoübung im Tejo Tauchübungen machten. Sofort kamen wir ins Gespräch und erfuhren dass die Jungs lieber Zuhause wären als hier ohne ihre Familien mehr oder weniger Zeit abzusitzen müssen. Wie sagt es ein Freund von uns immer so treffend: Y-Reisen, wir buchen – sie fluchen.

Auf den Nachmittag fuhren wir dann weiter nach Tomar einer kleinen aber schönen typischen portugiesischen Stadt. Die Nacht verbrachten wir dann unterhalb der Christus Ritterburg von Tomar auf dem dazugehörenden Parkplatz. Allerdings nicht ganz so ruhig wie wir es gerne gehabt hätten, denn manchmal meinen hält ein paar portugiesische Jungerwachsene des Nachts um 2 Uhr auf einem einsamen Parkplatz noch eine längere Konversation führen zu müssen. Am nächsten Morgen schauten wir uns dann die Christus Ritterburg dann noch an. Eine mächtige Festung muss diese ehemalige Templerburg einst gewesen sein, von der auch noch Heute viele Teile erhalten sind.

Als Nächstes stand dann das Aquädukt in der Nähe von Tomar an. Wenn man in dieser Region Portugals unterwegs ist sollte man dieses Bauwerk auf jeden Fall anschauen. Leider wurde direkt daneben ein Wald aufgeforstet, so dass zu befürchten ist, dass man dieses Aquädukt in ein paar Jahren nicht mehr als Ganzes besichtigen kann.

Weiter ging es nach zum Kastel von Ourém. Achtung mit Wohnmobilen die eine Breite von 2,1 m überschreiten sollte man unterhalb des Kastels parken da man beim Hochfahren ein Rundtor passieren muss das mit einer Breite von 2 m angegeben ist. Das Kastell selber und den Rundblick den man von dort oben hat lohnt es auch den Weg zu Fuß hoch zulaufen.

Als nächstes stand Fatima auf dem Programm. Fatima ist mit seiner Basilika das katholische Zentrum Portugals. Die Basilika und der Platz davor ist schon schön anzusehen. Der Platz mit der zur Seite erweiterten Basilika erinnert einen ein wenig an den Petersplatz in Rom.

Zum Mittag hin führte uns unser Weg dann nach Bathala mit der wahrscheinlich schönsten Kirche Portugals. Im Schatten unter Bäumen mit kleinen Tischen und Bänken welche sich am Rande des Parkplatzes der sich hinter dem Gotteshaus befinden genossen wir die Mittagszeit bei strahlend blauen Himmel und 24 Grad im Schatten.

Zum Übernachten führen wir dann weiter in Richtung Norden an den Praia de Mira an dem wir schon einmal während dieser Reise nächtigten.

Dort verbrachten wir dann auch den nächsten Tag mit Wäsche machen und Strand Spaziergängen welche unsere Hündin Milka über alles liebt. 23.10. Heute Morgen ging es zum V&E machen nochmals nach Mira zum Intermarché. Von dort aus führen wieder in Richtung Osten zum Thermalbad Luso und dem dortigen Wald von Bucaco der einmal ein über 100 ha großer Park war, welcher heute leider bedingt auch durch einen Wirbelsturm 2013 in keinem guten Zustand ist. Dort angekommen liefen wir vom Parkplatz am Port de Sula hinunter zu dem kleinen Schloss das in dem Park liegt und heute eines der Nobelhotels von Portugal ist. Das Schloss besitzt wunderschöne neomanuelinische Arkaden. Das angegliederte Karmeliterkloster ist zum Teil mit schönen Steinmosaiken verkleidet. Anschließend ging es wieder den Berg hinauf zum Cruz Alta einem Aussichtspunkt mit einem Steinkreuz in der Mitte. Von hier aus hat man einen wirklich schönen Blick über die Bergregion und die angerenzenden Ebene. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zum Atlantik.

Nach der Rückkehr zu unserem Fahrzeug führen wir dann durch typische portugiesische Bergdörfer in der Serra Estrela zum höchsten Punkt in Portugal dem Torre. Ein Stück unterhalb des Gipfelplateaus verbrachten wir dann die Nacht.

Was uns wieder ganz deutlich aufgefallen ist: Je weiter man sich von der Küste entfernt desto einfacher zum Teil auch ärmlicher und heruntergekommen werden die Häuser und auch das Erscheinungsbild der dortigen Menschen ist sehr von Einfachheit und zum Teil auch noch von Armut geprägt. Manchmal fühlt man sich in die 50er oder 60er Jahre in kleinbäuerliche Regionen von Deutschland zurückversetzt. Auch am Zustand der Straßen spiegelt sich das wieder. Entlang der Küste und im angrenzenden Hinterland wurden in den letzten 10 bis 20 Jahren hervorragende Straßen gebaut die zum Teil fast nicht frequentiert werden. Dagegen werden die Straßen in den kleinen Bergdörfern welche vor ca. 20 bis 30 Jahren ausgebaut wurden immer mehr vernachlässigt. Hier merkt man ganz deutlich welche Spuren die Finanz und Euro Krise in Portugal hinterlassen hat. Am nächsten Morgen war die Sicht von unserem Übernachtungensplatz hinaus in die Täler und Ebene trotz Regen gut und man sah wieder die vielen kleinen Rauchsäule aufsteigen welche von den vielen kleinen Feuern stammen mit Hilfe derer das Gestrüpp, Baumschnitt und auch Gartenabfälle verbrannt werden und dadurch bis zum Nachmittag eine Rauchschicht über den Tälern hängt. Der Regen begleitete uns mal mehr und mal weniger den ganzen Tag hindurch. Von unserem Übernachtungensplatz unterhalb des Torre führen wir weiter in Richtung Guarda. Wir wollten allerdings unterwegs noch den Wasserfall am Poco de Inferno (Höllenloch) besuchen. Wir folgten daher dem ersten Wegweiser der dorthin die Richtung angibt. Was wir nicht wussten war, dass es weiter unten vom Tal her noch eine Zufahrt gibt welche mit einer Asphaltdecke versehen ist. Wir haben aber die alte Piste vom Berg oben her erwischt. Die Piste war auch nicht sonderlich schwierig zu befahren, zumindest am Anfang. Mit den nächsten Kilometer wurde sie jedoch immer ausgewaschenen aber wir kamen durch bis wir plötzlich auf einer ca 20 m langen Schlammdurchfahrt standen. Hier war auch für unsere Geländereifen Schluss. Mit einem Allradfahrzeug wäre es wahrscheinlich kein Problem gewesen. Also wieder zurück bis zur Passstraße. Wir fanden dann aber noch die Abzweigung für Fahrzeuge ohne Allrad und konnten uns das Höllenloch dann doch noch ansehen.

Als wir die Stichstraße wieder zurückführen und an einer Ausweichstelle entgegenkommende Fahrzeuge wegen der schmalen Fahrbahnbreite vorbei lassen mussten hielt das erste Fahrzeug neben uns an und öffnete der Fahrer sein Fenster und begrüßte uns in unserem Heimatdialekt. Es stellte sich heraus dass die Insassen von 3 uns entgegenkommenden Fahrzeugen Portugiesen sind die alle in Pforzheim leben. Das war für alle von uns eine Überraschung. Leider konnten wir bedingt durch die Fahrzeuge die hinter uns waren nur ein paar Worte wechseln und ein Wenden war auf dieser Straße nicht möglich. Gegen Nachmittag erreichten wir dann Guarda und parkten unser Fahrzeug dann an einem Sportgelände mit angrenzendem Park da wir einfach keine Lust mehr hatten im Regen weiter zu fahren. Hier verbrachten wir dann auch die Nacht.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Viseu. Viseu besitzt eine Kathedrale und die Misericordia Barock Kirche. Die Altstadt hat ihren ganz besonderen Charme mit ihren zum Teil sehr schmalen verwinkelten Gässchen. Leider hat an ihr der Zahn der Zeit deutlich seine Spuren hinterlassen.

Am Nachmittag ging es dann über die Serra de Monte nach Guimaräes. Die Serra de Monte sollte man unbedingt besuchen, wenn auch die Fahrt hindurch manchmal sehr anstrengend ist bedingt durch zum Teil sehr steile und schmale Ortsdurchfahrten. Die Serra hat sehr tief eingeschnittene Täler an deren Steilhängen die Häuser und Dörfer wie Schwalbennester regelrecht an den Berg geklebt sind. Oberhalb von Guimaräes auf dessen Hausberg Penha Übernachten wir dann. In der Nacht fing es dann heftig an zu regnen.

Dieser Regen hörte am nächsten Morgen nur kurz auf und es fing erneut an zu regnen sodass wir auf die Stadbesichtung von Guimaräes verzichteten und uns in Richtung Spanien auf den Weg machten. Irgendwie nahmen wir beide mit Wehmut Abschied von Portugal wo wir sehr schöne Tage verbracht haben. Aber wir werden wiederkommen, denn wir sind definitiv vom Portugal Virus befallen worden.

Kurz vor Leon in dem Dorf Castrillo de Polvazares übernachteten wir dann am Ortsrand bei einen Piknikplatz. Abends gingen wir dann durch das nur von Laternen erleuchteten Dorf. Dienstag 27. Oktober. Heute Morgen machten wir nochmals einen Rundgang durch das Dorf. Es war wie ausgestorben. Bis auf eine Kneipe hatte alles zu. Jetzt bei Tag sah man dass viele der Häuser zu Feriendomzielen umfunktioniert waren oder als Hostels für die Jakobsweg Pilger dienen, welche aber in dieser Jahreszeit nicht mehr so viele sind so dass diese den 2km Umweg für eine Übernachtung nicht machen.

Nach dem Dorfrundgang führen wir ins 8 km entfernte Astorgas mit seiner Kathedrale und dem von Gaudí geplanten Palacio Episcobal. Auch war zufällig an diesem Tag noch Markt in der Altstadt und wir konnten unseren den Vorrat an Gemüse wieder auffüllen. Nun ging es wieder auf die Autobahn um endgültig unsere Heimreise anzutreten. Über Biaritz, Bordeaux, Montulcon und Besancon fuhren wir dann nach Hause.