Mai – Provence

Endlich wieder da!

Sisteron das Tor zur Provence. Es ist für uns immer wieder schön hierher zu kommen, obwohl Sisteron nicht gerade eine Schönheit ist, aber die Stadt hat ihren eigenen Charme.

Unsere Anreise haben wir diesmal komplett durch Frankreich gemacht. Die erste Übernachtung war in der Nähe von Beaune im Burgund auf dem Dorfplatz des Winzerdorfes Volnay.

Über Grenoble ging es dann am nächsten Morgen weiter nach Sisteron. Nach einer sehr ruhigen Nacht hoch über der Stadt fuhren wir dann über die Montagne de Lure, welche mit dem Signal de Lure die zweithöchste Bergkette der Provence sind, zur Wallfahrtskirche Notre Dames de Lure. Leider wird die romantisch gelegene Kirche immer mehr dem Verfall preisgegeben. Nachmittags ging es dann weiter zu unserem Lieblingsplatz in der Provence: Nach Oppedette.

Dort stand dann am nächsten Morgen die erste Wanderung auf unserer Reise an. Auf zum Teil ausgesetztem Pfad, welcher aber an den schwierigen Stellen sehr gut mit Haltegriffen ausgestattet ist, ging es steil hinunter in die Schlucht und dann am Fluss entlang um nach einiger Zeit auf der anderen Seite der Schlucht wieder nach oben zu steigen. Danach ging es auf einem sehr gut angelegten Wanderweg wieder zum Ausgangspunkt zurück. Am nächsten Tag machten wir wetterbedingt nur einen etwas längeren Spaziergang im Regen und wartenden auf das Eintreffen unserer Freundin Evelyn, die mit ihrem Kastenwagen in der Camargue unterwegs war und einige Tage mit uns in der Provence verbringen wollte.

Von nun an ging es für ein paar Tage mit zwei Kastenwägen weiter. Unsere erste gemeinsame Station war Lísle-Sur-La Sorgue: Ein kleines typisches provenzalisches kleines Städtchen welches von mehreren Seiten von der Sorgue um flossen wird und daher auch den Beinahmen Venedig der Provence bekommen hat.

Am Nachmittag fuhren wir dann weiter nach nach Fontain de Vaucluse wo die Sorgue in Europas größter Karrstquelle entspringt. In Fontain de Vaucluse verbrachten wir dann auch die Nacht auf dem offiziellen Stellplatz. Interessant ist hier allerdings nur die Karrstquelle wenn sie im Frühjahr über eine hohe  Schüttung verfügt. Das ganze Dorf ist jedoch ansonsten mit kleinen Läden, wo meist nur Ramsch angeboten wird, sehr auf Tourismus getrimmt.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Gordes und Roussillon der Stadt des Ockers. Beide Orte sollte man auf einer Reise in die Provence auf keinen Fall auslassen!

 

Zum übernachten fuhren wir dann nach Menerbes. Dieses kleine Städtchen ist eine kleine Perle in der Provence. Alles sehr sauber, für povonzialische Verhältnisse fast wie geschleckt. Nette Kneipen und ein schönes kleines Cafe mit einer Sonnenterrasse. Obwohl Menerbes ja durch Peter Mayle (mein Jahr in der Provence) bestens bekannt ist, haben sich die Einwohner nicht völlig dem Tourismus verschrieben sondern versuchen hier ein Stück Ursprünglichkeit zu erhalten. Hier nahmen wir dann auch am nächsten Morgen an einer kleinen Feier zum Gedenken an den Waffenstillstand vom 8.Mai 1945 teil. Auch hier im tiefsten Frankreich ist heute nichts mehr von der Feindschaft zwischen unseren beiden Völkern zu spüren. Der Redner hat diese Zeit ausdrücklich auch als einen Abschnitt in der Geschichte genannt und vielmehr die Zukunft des Hauses Europa hervorgehoben.

Von Menerbes aus ging es dann nach Bonnieux. Bonnieux ist vergleichbar mit Gordes, jedoch ist Bonnieux auf mehr Ebenen am Berghang verteilt. Allerdings führt hier die Fahrstraße direkt durch das Dorf und erzeugt dadurch ziemlich Lärm und Abgase, welche dann schön eingeatmet werden können wenn man draußen im Cafe sitzt.

Übernachten wollten wir dann in Lourmarin,  jedoch war der große Parkplatz wo man sehr gut mit einem Kastenwagen stehen kann wegen einer Veranstaltung gesperrt,  so dass wir  wieder auf den Parkplatz nach Merbes zurückfuhren und dort die Nacht verbrachten. Weiter ging es dann am nächsten Morgen an den Lac de Sainte Croix auf den Stellplatz von Sainte Croix. Der Platz ist zwar toll gelegen aber bis auf 2 Plätze ist man dann zwischen den größeren Wohnmobilen eingeklemmt und das kann dann leider zu Misstimmungen zwischen den Fahrzeugbesatzungen führen.

Am nächsten Morgen trennten sich dann die Wege von Evelyn und uns wieder. Evelyn wollte noch nach Uzes fahren. Der Abschied viel allen etwas schwer, da die letzten gemeinsamen Tage sehr schön waren und wir einiges zusammen erlebt haben. Wir blieben noch für ein paar Tage in der Region des Verdon. Zuerst besuchten wir Moustiers-Sainte-Marie mit seiner hoch über der Stadt zwischen den Felsen erbauten Kapelle, welche wir uns natürlich auch angeschaut haben. Ansonsten ist Moustiers sehr touristisch geprägt. Allerdings wird hier nicht nur Ramsch angeboten sondern hier sind sehr viel Handwerkliche Künstler angesiedelt. Sehr ausgeprägt ist das Angebot von Porzellan und Töpferwaren.

Am Nachmittag fuhren wir dann um den Grand Canyon du Verdon herum bis nach La Palud, wo wir auf einer kleinen Wiese kurz nach dem Dorf übernachteten. Bei La Palud beginnt auch die zum Teil als Einbahnstraße ausgewiesene Route de Crête welche durch den imposantesten Teil der Verdon Schlucht führt. Allerdings muss man im gesamten Bereich der Schlucht mit starkem Motorradverkehr rechnen. Das ist dann nicht immer sehr lustig, wenn die Fahrer dieser Gefährte meinen sie sind hier alleine unterwegs und sich benehmen wie auf einer Rennstrecke.  Ursprünglich wollten wir am nächsten Tag vom Pont Sublime aus in die Schlucht hinunter wandern. Allerdings tobt an dieser Stelle der Schlucht sprichwörtlich der Bär, sprich man bekommt fast keinen Platz zum das Auto abzustellen. Wenn an einer Stelle in Südfrankreich derart viel los ist haben es die Autoaufbrecher auch sehr leicht Beute zu machen. Dieses Risiko wollten wir dann doch nicht eingehen und sind von einem ruhigeren abseits gelegenen Parkplatz für etwa 3 Stunden in die Schlucht hineingewandert. Abends fuhren wir uns abermals auf die Wiese vom Vorabend zum übernachten. Hier erlebten wir morgens eine kleine Überraschung. Wir bemerkten zwar, dass sich Abends noch zwei Franzosen dort mit Ihrem PKW mit Kastenaufbau auch zum Schlafen eingefunden haben und dachten uns nichts weiteres dabei. Am nächsten Morgen waren wir dann total überrascht, dass dann noch 4 weitere Fahrzeuge da standen. Es handelte sich um junge Kletterer die hier dann in ihren Zelten, welche sie im Gebüsch aufstellten, auch übernachtet hatten. Wir haben sie allerdings nicht gehört als sie Nachts ankamen.

Nun führte uns unser Weg etwas nach Norden in die Provence Alpes nach Estoublon an die Gorges de Trévans wo wir unsere dritte Wanderung auf unserer Reise auf uns wartete. Diese Wanderung kann man nur empfehlen. Toller Wanderpfad mit einer Gehzeit von ca. 3 Stunden und eine tolle Natur.

Nach der Übernachtung auf dem Wanderparkplatz der Schlucht wo wir Nachts total einsam und absolut ruhig standen, fuhren wir wieder zurück an den Verdon nach Quinson wo wir Nachmittags die letzte Wanderung unserer Reise machten. Entlang dem alten Canal de Provence und anschließendem sehr steilen Aufstieg auf das Gebirgsplateau wollten wir zu einer Kapelle hoch wandern. Allerdings haben wir die Kapelle leider nicht gefunden, da die Beschilderung nicht gerade optimal ist und kehrten dann nach 3 Stunden wieder nach Quinson an den Stausee zurück.

Hier haben wir dann die Nacht am Rande des Badeparkplatzes, welcher wie so üblich mit Höhenbalken versperrt war, verbracht um dann zu unserem letzten Ziel nach Saint-Julien-le-Montagnier zu fahren. Hier steht eine sehenswerte romanische Kirche, welche sich lohnt anzuschauen. Mit einem Wohnmobil ist es aber ratsam am Ortseingang gleich Rechts den Parkplatz zu benutzen, da es im Ort sehr sehr eng ist und ein Wenden unmöglich macht.

Abends trafen wir dann wieder in Sisteron ein von wo aus wir dann am nächsten Tag wieder im Regen zurück in Richtung Deutschland fuhren. In Villars-les Dombes im Burgund trafen wir uns dann wieder mit  Evelyn und fuhren mit ihr zusammen nach Deutschland zurück um nach einer weiteren Übernachtung beim Écomusee in Ungersheim im Elsass, am Pfingsttreffen des Stammtisch SüdWest in Leimersheim teilzunehmen. Leider begleitete uns das Regenwetter mit einer kleinen Regenpause, von Freitagabend bis Sonntagvormittag, bis nach Hause und holte uns dadurch wieder voll auf den Boden des deutschen Wetter Alltags zurück.

 

Aber die Zeit nach einer Reise ist immer auch die Zeit vor einer neuen Reise.