Burgund, Perigord und Bretagne – Oktober 2013

 

Unsere Reiseroute

Unsere Reiseroute

Unser Papillon ist gepackt und es kann losgehen. Auf gehts an die Zielfingerseen bei Mengen in Oberschwaben. Dort haben wir uns mit Freunden vom Kastenwagenstammtisch SüdWest für das Wochenende verabredet. Radfahren, relaxen und ausgiebiges Grillen war angesagt. Jedoch war das Wochenende viel zu schnell vorbei. Aber diesmal fiel es uns nicht ganz so schwer uns von allen zu verabschieden –  denn wir hatten von da an noch eine dreiwöchige Reise nach Frankreich an den Atlantik vor uns.

Von Zielfingen aus fuhren wir an einen unserer Lieblingsplätze im Bereich des oberen Donautals – an den Aichfelsen. Nach einer kleinen Wanderung verbrachten wir dort die Nacht auf dem Parkplatz. Wie immer standen wir dort mit unserem Papillon alleine und die Nacht war absolut ruhig.

Montagmorgens starteten wir dann über Titisee-Neustadt in Richtung Freiburg zum Wanderparkplatz unterhalb der Ravennaschlucht. Da war dann eine Halbtageswanderung durch die Schlucht angesagt. Diese Schlucht sollte man unbedingt besuchen, wenn man dort in der Nähe ist.

Nun ging es zurück nach Neustadt zum Einkaufen und anschließend weiter nach Neuhaus wo wir oberhalb des Dorfes auf einem Wanderparkplatz übernachtet haben.

Nach einer Regennacht ging es dann am Dienstagmorgen ins Elsass. Über den Ballon d´Alsace fuhren wir weiter zur Route de 1000 Etangs bei Servance wo dann noch ein ausgiebiger Spaziergang anstand. Das Gebiet, welches die Route de 1000 Etangs durchquert, ist ein Hochplateau, wo sich nach der letzten Eiszeit sehr viele kleine Seen gebildet haben. Ob es tatsächlich 1000 sind, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Auf jeden Fall ist die Region sehenswert, vor allem wenn man sie zu Fuß oder per Fahrrad erkundet.

Nach der Übernachtung dort auf einem Parkplatz machten wir uns dann Mittwochs  nach Beaune im Burgund auf. Beaune ist die zentrale Stadt im Weinanbaugebiet des Burgunds und hat eine schöne Altstadt mit einem außergewöhnlichen Museum, dem “Hotel de Dieu„. Dies wurde in der Zeit von 1443 bis 1971 als Hospital benutzt und ist nicht nur des sehr schönen Gebäude wegens sehenswert, da einem hier außerdem viel Information zu der Pflege von Kranken in der frühen Neuzeit vermittelt wird.

Zum Übernachten verliesen wir dann Beaune und fuhren ins 10 km entfernte Volnay, wo wir oberhalb der Weinberge einen schönen Platz fanden.

Am nächsten Tag fuhren wir dann nach Beaune zum Ver- und Entsorgen zurück . Auf dem angrenzenden Parkplatz fiel uns ein Ford Kastenwagen mit Pforzheimer Kennzeichen auf. Als wir die Besitzer ansprachen stellte sich heraus, dass es Forumskollegen waren.

Beim Weiterfahren habe ich mich dann immer wieder gerfagt, ob ich dem Besitzer nicht schon einmal begegnet bin. Nach unserer Rückkehr von dieser Reise stellte sich dann nach einigen Mailkontakten heraus, dass wir schon vor über 30 Jahren gemeinsam zusammen beim Enten(2CV)Stammtisch in Pforzheim waren. Die Welt ist doch wirklich ein Dorf.

Weiter ging es dann über Santenay und  Givry , wo wir uns auf dem Markt mit frischen Gemüse und Obst versorgt haben, in Richtung Taize.

Kurz vor Taize gibt es in Ameugny eine sehr schöne alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

In Taize wollten wir dann Abends am Gottesdienst teilnehmen. Allerdings war der Empfang beim Anmelden dort nicht gerade herzlich. Während des Begrüßungsgespräches wurde uns unmissverständlich klargemacht, dass man es nicht liebt, wenn Leute mit dem Wohnmobil voreibkommen um nur an einem Gottesedienst teilzunehmen. Vielmehr erwartet man von den Besuchern, dass sie einige Tage da bleiben und sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen.
Es wurde dann trotzdem tolleriert, dass wir nur für eine Nacht uns dort aufhalten werden.  Daraufhin hat dann nur Sabine am Gottesdienst teilgenommen, ich habe gerne darauf verzichtet. Nach alledem was man über diese Christengemeinschaft sonst liest und hört, hätte ich ein derartiges Verhalten nicht erwartet.  Unter christlicher Nächstenliebe und Gastfreundschaft trennen uns doch Welten im Verständnis darüber, aber man lernt nie aus. Uns aber werden die in Zukunft sehr wahrscheinlich nicht mehr sehen!

Nach der Übernachtung auf der Camperwiese in Taize ging es am nächsten Morgen weiter nach Rocamadur am Rande von Aquitanien. Rocamadur ist für uns immer wieder eine Reise wert und einer unserer Lieblingsorte in Frankreich. Der Stellplatz oberhalb des Dorfes bei der Burg ist zur Zeit allerdings nur eingeschränkt nutzbar, da er durch Baufahrzeuge zur Hälfte belegt ist mit denen im Gartengelände der Burg Bauarbeiten durchgeführt werden. Aber in der Nachsaison waren zum Glück nicht viele Wohnmobile dort, so dass der Platz ausreichte.

Samstag Morgen – wir mussten noch Lebensmittel einkaufen. Daher führte unser Weg nach Sarlat la Caneda auf den Wochenmarkt. Sarlat ist für uns die Stadt im Perigord überhaupt. Der Markt am Samstag morgen und ein Milchkaffee in einem Straßencafe muss schon sein. Einfach immer wieder schön hierher zu kommen.

Nachdem wir den ganzen Vormittag über den Markt und durch die Stadt geschlendert setzten wir unsere Fahrt fort bis nach Le Bugue um den Rest des Wochenendes dort zu verbringen. Hier kann man ausgiebige Spaziergänge und Radtouren entlang der Vezére machen. Die Stadt selber zählt leider nicht gerade zu den Schönheiten des Perigord, aber der Stellplatz ist empfehlenswert.

Am Montag regnete es dann und wir verließen die Region des Perigord um endlich den Atlantik zu erreichen. Nachdem wir fast den ganzen Tag durchgefahren sind trafen wir  am späten Nachmittag auf der Ile d´Oleron ein. Frankreichs größte Atlantikinsel ist über ein Brücke mit dem Festland verbunden, so dass sie mit einem Kastenwagen gut zu erreichen ist. Bei der Wahl des Stellplatztes sollte man doch sehr auf die Parkschilder dort achten. Ansonsten bekommt man halt so wie wir ein Knöllchen verpasst und das nur, weil wir auf einem riesigen leeren Parkplatz des Nachts standen wo das Abstellen von Wohnmobilen zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens nicht erlaubt ist. Aber sei´s drum, der Sternenhimmel den wir an dem Abend bestaunen konnten hat dies allemal für uns gerechtferigt!!

Die Ile d´Doleron ist im Übrigen vor allem ein Paradies für Radfahrer. Hier kann man richtig schöne und ausgiebige Touren am Atlantik entlang oder in die Inselmitte machen, wo kleine hübsche Dörfer auf einen warten.

Mittwochs zog es uns dann weiter nach La Rochelle. Nachdem wir relativ schnell einen Parkplatz (Place Bernard Moitessier) nur wenige Gehminuten vom Zentrum gefunden haben, machten wir uns auf die Stadt zu erkunden.

La Rochelle ist es wert zu besuchen! Wir waren überrascht, was für ein architektonisches Juwel diese Stadt ist, in welcher während des 2. Weltkrieges ein Teil der Deutschen U-Boot Flotte stationiert war. Davon sind aber zum Glück nur noch sehr wenige Spuren sichtbar. Diese Stadt lädt geradezu zum bummeln ein.

Am späten Nachmittag verliesen wir La Rochelle wieder und fanden in der Nähe von Saligotier zwischen einer Feriensiedlung und dem Pinienwald einen sehr schönen Platz zum Übernachten. Am nächsten Morgen genossen wir dann einen ausgiebigen Spaziergang durch den Pinienwald und die Dünen hindurch an den Atlantikstrand.

Kurz vor Mittag setzten wir uns dann mit unserem Papillon wieder in Bewegung. Wir wollten weiter in Richtung Norden und fuhren entlang der Felsküste nach St-Vincent-sur-Jard und weiter mitten durch das Salinengebiet bei Talmont.

Weiter ging es nach Aigrfeuille-sur-Maine mit einer schönen normannischen Kirche. Leider war die Kirche aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen verschlossen, so dass wir sie nur von außen besichtigen konnten.

Unser Ziel für diesen Tag war eine der schönsten Moorlandschaften Frankreichs die Grand Brière. In mitten dieser Moorlandschaft liegt Ile de Fedrun. Es ist ein Dorf in der Grande Brière dem übrigends zweitgrößten Sumpfgebiet Frankreichs. Dieses Dorf scheint in der Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein, zumindest erweckt es den Eindruck durch seine größtenteils mit Schilf bedecketen Häusern, außerdem ist in Ile de Fedrunn bis heute noch die traditionelle Rundanlage als Brière Dorf fast vollständig erhalten.

Weiter ging es am nächsten Tag nach über Le Croisic, Le Pouliguen nach Piriac-sur-Mer.

Nach einem lecken Mittagessen ( Moules Frites) in Piriac fuhren wir dann ein paar Kilometer weiter auf einen sehr schön am Meer gelegen Stellplatz, welcher nur durch eine wenig befahrene Straße vom Felsenstrand getrennt ist. Dort gefiel es uns so sehr, dass wir beschlossen ein paar Tage zu bleiben.

Hier standen Wanderungen entlang der Küste und eine sehr schöne Radtour nach Piriac, wieder zum Muschelessen, auf dem Programm. Dabei schauten wir uns Piriac dann intensiver an. Es ist ein  verträumtes Fischerdorf mit typischen bretonischen Fischerhäusern. Allerdings dürfte hier im Sommer sprichwörtlich der Bär steppen. Aber wir erlebten es sehr ruhig und beschaulich.

Generell waren wir überrascht wie es doch im Oktober schon sehr ruhig an der französischen Atlantikküste ist. Stellplatzsuche kein Problem, auch in den Städten, überall scheinen die Menschen einen Gang herunter geschaltet zu haben. Wir können es nur empfehlen, im Herbst diese Region Frankreichs zu bereisen.

Nach dem Wochenende verließen wir dann Piriac und machten uns auf den Weg nach Vannes, jedoch war der Tag zum Besuch dieser Stadt nicht gerade ideal gewählt, da Montags sehr viel Geschäfte und Lokale geschlossen haben. Am besten soll der Samstag sein, da dann dort auch Markttag ist.

Nachmittags besuchten wir dann in der Region bei Carnac die Menhirfelder. Ein Hinkelstein steht hier am anderen. Hier muss die Werkstatt von Obelix gewesen sein! Denn in dieser Region sind auf wenigen Quadratkilometer tausende dieser Menhire in mehreren Feldern aufgestellt, welche man allerdings während der Saison nur mit einer Gruppenführung betreten kann. Als wir dort waren war leider gar kein Zugang zu den Feldern möglich, nur ein Rundweg der um die Felder herumführt konnte man begehen.

Auch eine frühgeschichtliche  Begräbnisstätte mit Wandmalereien ist dort in der Nähe und kann besichtig werden

In der Nähe eines der Menhirfelder fanden wir dann auch einen ruhigen Parkplatz zum Übernachten.

Am nächsten Morgen schauten wir uns dann Auray an. Auray ist ein absolutes Muss, wenn man in dieser Region ist. Die Stadt besteht im Grund genommen aus 2 Teilen. Die Kernstadt mit ihren mittelalterlichen Häusern – und dem sehr schönen alten Hafenviertel St.Goustan, welches auf der anderen Flußseite liegt und durch eine steinerne Brücke verbunden ist.

Da sich unser Urlaub nun ganz langsam dem Ende näherte und wir nicht an ein oder zwei Tagen wieder am Stück zurückfahren wollten, fuhren wir zum Übernachten gegen Abend dann noch ein Stück Richtung Osten bis nach Vitré. Diese Stadt wollten wir uns am nächsten Tag anschauen. Allerdings ist es schwierig hier für ein Wohnmobil einen einigermaßen ruhigen Stellplatz für die Nacht zu finden. Der im Womo Führer angegebene Parkplatz in der Nähe des Bahnhofes ist einerseits sehr laut und anderseits mit PKW total zugeparkt, sodaß wir längere Zeit für die Stellplatzsuche aufbringen mussten. Wir fanden dann noch einen schönen Parkplatz etwas außerhalb der Stadt. Trotz Regen gingen wir dann am Mittwochmorgen zu Fuss in die Innenstadt. Wer auf mittelalterliche französische Städte steht sollte sich Vitré nicht entgehen lassen. Dieser Zwischenstopp und auch der etwas längere Fussweg in die Altstadt hat sich absolut gelohnt, trotz oder vielleicht auch gerade des Regens wegen. Dadurch war sehr wenig los und wir konnten in aller Ruhe die Stadt erkunden.

Nachmittags ging es es dann leider wieder weiter in Richtung Osten. In Gron übernachteten wir dann nochmals in der Nähe des Friedhofes.  Am nächsten Tag entdeckten wir dann auf unserer Rückfahrt nach Hause während der Mittagspause in Montier en Der noch eine schöne Benediktinerabtei .

Donnerstagabends erreichten wir dann das Elsass. Genauer gesagt das Krumme Elsass. Oberhalb von Bouxwiller fanden wir wiederum einen sehr ruhigen Platz zum nächtigen.

Die im Womo Führer ausgewiesene Stellfläche oberhalb des Städtchen gibt es allerdings so nicht mehr. Es können dort nur noch maximal 1 bis 2 Fahrzeuge stehen. Alles andere wurde abgesperrt. Anscheinend war der Rummel den Menschen hier zu viel.

Bouxwiller selber ist allerdings sehenswert. Ein sehr schöner beschaulicher Ort mit den typischen Elsässer Fachwerkhäusern. Auch ein Museum über die Geschichte der Juden im Elsass findet man hier. Dieses Museum ist auf jeden Fall auch ein Besuch wert.

Am späten Vormittag fuhren wir dann weiter in Richtung Landau/Pfalz, wo wir uns in Ilbesheim wieder mit Freunden vom Kastenwagenstammtisch SüdWest trafen um noch einen Teil des Wochenendes gemeinsam als Urlaubsabschluss mit ihnen zu verbringen.

Am Samstag Nachmittag waren wir dann wieder von unserer sehr schönen aber viel zu kurzen, Reise durch einen kleinen Teil Frankreichs zurück zu Hause.

Aber so wie ich uns und unsere Liebe zu diesem Land kenne wird es nicht die letzte Reise dorthin gewesen sein.