Südfrankreich, Ostspanien- April 2015

Freitagmittag 14 Uhr: Die Tür zu meinem Büro ist hinter mir abgeschlossen, jetzt geht es nach Hause den Kastenwagen reisefertig machen. Morgen wollen wir das erste Mal zusammen mit unserem neuen Familienmitglied Milka in Urlaub fahren. Milka ist eine 2,5 Jahre alte schwarze Labradorhündin und wohnt seit November bei uns. Zuerst ging es nach Neuburgweiher an die Fähranlegestelle, dort trafen wir uns mit Freunden vom Stammtisch SüdWest um gemeinsam dann Abends nach Daxlanden ins Naturfreundehaus zu fahren und den Abend zu verbringen.

Sonntagmorgen: Jetzt geht es endlich in Richtung Südfrankreich in die Provence. Am späten Nachmittag erreichen wir den Vogelpark in Villars les Dombes wo wir auf dem Parkplatz, wie auch viele andere Wohnmobillisten, übernachten. Das Stehen für eine Nacht wird hier toleriert, obwohl an der Einfahrt darauf hingewiesen wird, dass Wohnmobile auch die Möglichkeit haben auf dem sich in der Nähe befindenden Campingplatz zu stehen. Die fahrt ging dann weiter nach Lyon und dann immer rechts der Rhone entlang auf der D86 bis nach Montélimar danach weiter auf der N7 bis Avignon, Von da war es dann nicht mehr weit bis Les Baux en Provence. Dort schlugen wir dann am Montagabend unser Lager an dem uns schon sehr vertrauten und geschätzten Platz unterhalb von Les Baux auf. Wie immer stehen wir dort absolut ruhig und alleine die Nacht über.

Am nächsten Tag geht es nach St.Remy auf den Parkplatz bei den Ruinen der römischen Stadt Glanum von wo wir dann zu einer Rundwanderung (Tour 11 im Wanderführer Provence von Ralf Nestmeier im Michael Müller Verlag ) starten.

Nach der Rückkehr auf dem Parkplatz fuhren wir wieder auf unseren Übernachtungsplatz bei Les Baux zurück.

Tags darauf kauften wir dann auf dem Markt in St.Remy die benötigten Lebensmittel für die nächsten Tage ein und schauten uns das Dorf an. Der Wochenmarkt findet immer Mittwochs im alten Stadtkern statt und ist wenn man regionale Produkte kaufen will einen Besuch wert. Das hatten wir uns für dieses Jahr vorgenommen und wir wurden positiv überrascht so bezaubernd war das ganze Städtchen. Leider haben wir dieses in den letzten Jahren nie gemacht obwohl wir immer mal wieder in der Nähe dieses kleinen Städtchens waren. In dem kleinen Städtchen findet man sehr viele Hinweise auf den Maler Vincent van Gogh der hier einige Zeit in der Psychiatrischen Klinik im Kloster Saint-Paul-Mausole verbracht hat. Dafür wurde in St.Remy ein Van Gogh Weg angelegt der die Stellen zeigt wo die Bilder entstanden sind, welche der Künstler während seines Aufenthaltes hier gemalt hat.

Nachmittags fuhren wir dann zu dem ca. 15 km entfernten Dorf Eygaliéres wo wir auch die Nacht unterhalb des Dorfes auf einem größeren freien Platz verbrachten. Wir waren in dieser Nacht die Einzigsten welche mit ihrem Wohnmobil auf diesem Platz standen. Auch hier ist es wie an allen anderen Touristikregionen wer den Rummel welcher in der Saison herrscht nicht mag, sollte dann im zeitigen Frühjahr diese Region besuchen. Es ist dann in der Provence noch sehr ruhig, die meisten Campingplätze sind noch geschlossen aber es gibt genügend Plätze wo mal frei stehen kann und oftmals alleine mitten in der Natur steht. Auch ist es sehr schön hier das Vegetationsjahr erwachen zu sehen, überall fangen Zistrosen, Thymian und Rosmarin an zu blühen und der Duft der Provence erwacht. Eygaliéres ist ein sogenanntes Vogelnest Dorf und ist daher genau wie Les Baux direkt an den Felshang gebaut. Jedoch ist es im Gegensatz zu Les Baux noch viel ursprünglicher, wenn auch zum Teil verfallen aber noch ohne den riesigen Touristenrummel.

Am darauf folgenden Tag statteten wir dem Weingut unseres Vertrauens „Domaine du Coulet Rouge“ in der Nähe von Apt einen Besuch ab um uns mit Wein einzudecken. Diesen Winzer besuchen wir regelmäßig, da er hervorragende Rose und Rotweine ausbaut die auf den dortigen Ockerböden wachsen. Nach einer Mittagspause in Cereste fuhren wir dann zu dem Dorf Montfouron in der Region Alpes-de-Haute-Provence liegt und von wo man von der dortigen Windmühle einen tollen Blick über die Haute Provence bis zu den Alpen genießen kann.

Als Übernachtungsplatz wählten wir dann den Wanderparkplatz in Oppedette aus, den wir schon seit Jahren immer wieder aufsuchen und von dem man die dortige Schlucht in mehreren Touren erwandern kann. Am nächsten Morgen führte unser Weg dann wieder zurück ins Départtement Vaucluse zu dem Dorf Opede le Vieux dem wir in den vergangenen Reisen in diese Region leider keine Beachtung schenkten, welches aber gerade dabei ist so langsam aus seinem Dornröschenschlaf wieder zu erwachen. Es wird hier doch einiges an Geld investiert um das Dorf zu restaurieren. Vor allem, wenn man nach den Kennzeichen gehen kann die an den Fahrzeugen angebracht sind welche vor den Häusern stehen, wird hier britisches Geld investiert wie an so vielen Orten in der Provence (dem Schriftsteller Peter Mayle sei Dank).

Nach der Nacht auf dem dortigen Besucherparkplatz der für 24h 5.00 Euro kostet ging es dann wieder ein Stück in Richtung Norden nach Goudargoues an der Cèze auf den Campingplatz La Grenouille zum Ostertreffen des Stammtisch SüdWest.

Dort verbrachten wir im Kreise unserer Freunde das Osterwochenende und machten mit einigen von ihnen am Montag eine sehr schöne Wanderung im Tal der Ardèche zum Pont d´Arc.

Am Dienstagvormittag verabschieden wir uns dann von allen und fahren wieder alleine weiter. Wir wollen ans Meer! Nach einem Einkaufs- und Tankstopp in Bagnols-sur-Cèze kamen wir dann am Nachmittag am Plage de Piermanson an, wo wir dann noch einen langen Spaziergang am Strand entlang machten und sich unser Hund Milka mal wieder so richtig austoben durfte. Am nächsten Mittag beschlossen wir noch einen Tag hier zu bleiben und die Weite des Strandes und des Meeres zu genießen. Den ganzen Tag schien die Sonne und vom Meer her wehte eine leichte Brise. Ein Tag wie man ihn öfters haben sollte: Ausgiebige Spaziergänge am Meer entlang und ansonsten viel lesen und ein wenig an der Homepage arbeiten. Selbst wenn man um diese Jahreszeit noch nicht mit dem Fahrzeug direkt auf dem Strand stehen darf sondern nur auf den Parkflächen entlang der Zufahrtsstraße (ist erst ab dem 1.Mai erlaubt) lohnt es sich doch allemal hierher zu fahren. Man sollte sich aber daran halten nicht vor dem 1.Mai auf den Strand zu fahren, denn die Polizei sorgt regelmäßig freundlich aber mit deutlichem Nachdruck dafür dass sich alle daran halten. Auch wir wurden von ihnen im letzten Frühjahr gebeten den Strand zu verlassen. Die Franzosen wurden zur Kasse gebeten und die ausländischen Gäste kamen mit einer mündlichen Verwarnung davon.

Nachdem unser Hund unseren Kastenwagen fast in einen Sandkasten verwandelt hat und wir außerdem unsere Toilette mal wieder entleeren mussten suchten wir in Salin-de-Giraud den offiziellen Wohnmobilstellplatz auf und wurden sofort von Stechmücken attackiert. Auch ist der Platz nicht gerade ansehnlich, sodass wir hier nach dem Entsorgen und Reinemachen unseres Kastenwagens schleunigst wieder das Weite suchten und das bedeutete: Auf geht es nun in Richtung Nord-West nach Carcassonne. Als wir dort am Nachmittag ankamen mussten wir ca. 500 m vor der Cité auf den dortigen Womo Stellplatz fahren denn alle anderen Parkplätze sind mit Höhenbeschränkung ausgestattet. Die Parkgebühren sind wenn man nicht gerade dort übernachten will allerdings im unteren Bereich angesiedelt. 1h ist kostenfrei und bis 6h kostet es 5 Euro. La Cité ist bis auf die interessanten mittelalterlichen Bauwerke jedoch selbst außerhalb der Hauptreisezeit ein einziger Touristenrummelplatz. Ein Verkaufsladen und Restaurant am anderen. Wenn man sich jedoch auf die ruhigeren Randbezirke konzentriert und wie wir dann noch einen Rundgang um die Befestigungsanlage macht, hat das Ganze dann doch einen gewissen Charme. Für uns aber ist klar: Ein zweites Mal wollen wir diesen Ort nicht besuchen.

Zum Übernachten fuhren wir dann auf den Parkplatz des Badesees Lac de la Cavayère wo wir in Gesellschaft von 5 weiteren Wohnmobilen die Nacht verbrachten.

Nun führte unser Weg wieder gen Süden ans Meer nach Collioure welches unweit der spanische Grenze liegt. Collioure ist wenn man ins Südwestliche Frankreich ans Mittelmeer fährt ein absolutes Muss! Dieses kleine Städtchen hat sich trotz des auch dort starken Tourismus seinen Charme erhalten. Hübsche enge Gässchen mit Künstlerläden und eine schöne Promenade direkt am Meer. Uns hat dieses Kleinod in seinen Bann gezogen. Wir sind sehr froh darüber, dass unser Freund Jacques es uns wärmsten ans Herz gelegt hat, auf unserem Weg nach Spanien, dort einen Stopp einzulegen. Wir blieben dort bis Montagmorgen auf dem kleinen Campingplatz Les Amandieres welcher ca 20 Gehminuten, auf einem Küstenpfad der Steilküste entlang, von Collioure entfernt war. Der Platz kostete pro Nacht ca. 21 Euro was wir als zuviel betrachteten, da die Sauberkeit der Sanitäranlagen doch etwas zu wünschen übrig ließ und in gewissen Bereichen auch noch einiges an Bauschutt verteilt war. Allerdings war die ganze Region anscheinend vor kurzem von einem starken Unwetter heimgesucht worden das deutliche Schäden durch Hochwasser verursacht haben muss. Vielleicht rührt da auch die Situation auf dem Platz her. Des weiteren wird die Tagesruhe in dieser Region immer wieder von der französischen Armee massiv gestört, die hier in stetigen Abständen Hubschrauberübungen durchführt. Die nahegelegene Bahnlinie hingegen nimmt man fast nicht wahr. Aber Collioure war uns diese Unannehmlichkeiten wert und wir waren hier bestimmt nicht das letzte Mal.

Vor drei Tagen verließen wir Collioure und stehen nun seit gestern Abend an einem sehr schönen einsamen Platz mitten in den Pyrenäen. Da uns heute Nachmittag der Wettergott mit Regen bedacht hat, komme ich endlich wieder dazu unseren Reisebericht für unsere Homepage weiterzuschreiben. Drei sehr schöne Wanderungen:

– an der Küste entlang, bei Cadaqués (Rother Wanderführer Costa Brava – Tour29)

– in Palau-Saverdera zur Kapelle Sant Onofre (Rother Wanderführer Costa Brava – Tour 17)

– von Rupit zum Wasserfall der Riera dem Salt de Sallent Rupit (Rother Wanderführer Costa Brava- Tour 5)

liegen hinter uns. Heute morgen wanderten wir dann nochmals von unserem Stellplatz oberhalb des Wasserfalls hinunter an den Fluss und auf einen danebenliegenden Berg von wo aus man einen noch besseren Blick auf den Wasserfall hat.

Bei der Tour 5 sollte man sich doch etwas Zeit für das Dorf Rupit selber nehmen. Es ist ein wunderschönes Pyrenäendorf, welches direkt über dem Fluss an den Berg gebaut ist. Vom Parkplatz aus geht es für Fußgänger auf einer Hängebrücke über den Fluss ins Dorf, auf der sich allerdings unsere Hündin Milka nach wenigen Schritten weigerte weiterzugehen. Nach einiger Überzeugungsarbeit und meiner Zugkraft schaffte wir es dann aber trotzdem, beim 2.Mal ging es dann aber schon deutlich besser. Wer es sich dennoch nicht traut über diese Brücke zu gehen, der kann auch vom Parkplatz aus über die Fahrstraße ins Dorf gelangen. Die Landschaft hier um Rupit ist schon etwas Besonderes mit ihren Felsabstürzen: den Cingles. Schon die Hinfahrt zu dem Ort faszinierte uns. Man fährt von Olot aus kommend durch eine Landschaft vergleichbar dem Jura mit der dahinter zum Teil noch schneebedeckten Bergkette des Massif du Canigou mit fast 3000 m Höhe.

Freitagvormittag, Heute ging es nach Olot um einzukaufen denn das Wochenende stand vor der Tür und Samstags ist es in den Supermärkten meist sehr voll und man benötigt an den Kassen dann doch sehr viel Zeit. Nach dem Einkauf fuhren wieder ein Stück zurück in Richtung Rupit aber diesmal ins Tal des Rio Gurn. Vom Talausgang kommend erkennt man sofort die markante Abbruchstelle in der sich der Gurn im Wasserfall Salt de Sallent Sant Privat hinunterstürzt. Nach dem Weiler Sant Privat D´en Bas mit seiner alten Steinkirche, wo man an einem Brunnen wieder Wasser auftanken kann, geht es noch ca. 1 km ins Tal hinein und man findet dann rechts von der Fahrstraße abgehend den Zugang zu einem sehr einsam gelegenen Parkplatz mit Picknick stelle mit einer Quelle. Hier schlugen wir für zwei Nächte unser Lager auf. (Von hier startet die Tour 2 im Rother Wanderführer)

Diese Tour nahmen wir am nächsten Vormittag in Angriff, allerdings gingen wir nur bis zum Wasserfall und wieder auf gleichem Weg zurück. Nach den zwei Stunden die wir für den an diesem Tag, nach dem Gewitter am Vorabend, doch sehr rutschigen Weg benötigten schmeckte das Mittagessen im Kasten dann umso besser. In der Nacht fing es dann erneut an zu regnen. Dieser Regen begleitete uns dann mit einigen Unterbrechungen die nächsten Tage.

Wir wollten heute jedoch noch weiter in die Pyrenäen hineinfahren. Unser erstes Ziel hieß Santa Pau. Es ist ein aus Vulkangestein erbautes Dorf ca.15 km von Olot entfernt. Ein Stück außerhalb von Santa Pau kann man von einem Parkplatz aus an den Krater eines erloschen Vulkans laufen. In der Mitte der schon wieder bewachsener Kaldera steht die Kapelle Santa Margarita. Der letzte Ausbruchs eines Vulkans in dieser Region war erst im 18. Jahrhundert, wie uns ein Einwohner von Sante Pau erzählte, den wir zusammen mit seiner Tochter als Anhalter ein Stück mitgenommen hatten. Alle hoffen nun, dass es in Zukunft keine weiteren Ausbrüche mehr gibt.

Nach der Wanderung zum Krater mit der Kapelle machten wir uns auf den Weg nach Ripoll, wo wir die kleine Kapelle Sant Miquel de la Roqueta anschauten welche von dem Gaudi Schüler Joan Rubió Bellver erbaut wurde.Das Kloster Santa Maria mit seinen reichlichen Reliefverzierungen am Westportal konnten wir leider nicht besichtigen. Vor die Fassade wurde ein Glasvorbau gesetzt und dadurch muss man über einen zusätzlich Seiteneingang hineingehen wo allerdings dann Eintrittsgeld zu entrichten ist. Jedoch war dieser Eingang diesen Nachmittag geschlossen.

Nach einem kleinen Rundgang in der Altstadt fuhren wir dann weiter in Richtung Norden in die Pyrenäen hinein. Leider begleitete uns von da an immer wieder der Regen der sich bis in die späte Nacht hinein fortsetzte. In der Nähe des Augustinerstifts Santa Maria de Lillet fanden wir am Ufer des Riu Arija einen ruhigen Platz für die Nacht.

Da der Wetterbericht für die nächsten Tage in dieser Region leider keine Wetterbesserung versprach, beschlossen wir am nächsten Morgen doch wieder an die Küste zurückzufahren. Abends standen wir dann wieder auf dem Wanderparkplatz in Palau-Saverdera oberhalb der Quelle Sant Onofre wo wir vor ein paar Tagen schon einmal übernachtet hatten und die Wanderung zur Kapelle Sant Onofre machten. Tags darauf, an unserem letzten Tag in Spanien, fuhren wir zum Leuchtturm am Cap de Creus. Normalerweise ist die Zufahrt für Wohnmobile gesperrt aber um diese Jahreszeit stört sich niemand daran. Außerdem haben wir ja nur einen Kastenwagen der ja fast wie ein Handwerkerauto aussieht und der dadurch nicht so auffällt wie ein sonstiges Wohnmobil. Mittagessen gab es diesmal nicht im Auto sondern wir verzehrten einen köstlich zubereiteten Fisch im Restaurant Cap de Creus mit Blick von der Restaurantterrasse auf die schöne Felslandschaft und das Meer am Cap.

Gegen Abend saßen wir dann noch bis zum Anbruch der Dämmerung auf den Felsen, hingen unseren Gedanken nach und nahmen mit etwas Wehmut Abschied von Spanien und der tollen Landschaft hier an der Felsenküste. Nach einer ruhigen Nacht am Cap traten wir dann die Heimfahrt an.

Aber wir werden wiederkommen!

Unsere Heimreiseroute vom Cap de Creus ging über Perpignan, Narbonne, Montpellier, Millau, Mende, Zwischenübernachtung in der Nähe von Le Puy-en -Vellay, Lion, Besancon, Mulhouse, Freiburg und Karlsruhe.