Skandinavien 2019 Teil 2

Am Montag, 12.8.2019 hatten wir das Bedürfnis nach etwas Kultur, daher lenkten wir unseren Harry kurz entschlossen in Richtung Osten. Das Ziel war Heddal, genauer gesagt die dortige Stabkirche vom Ende des 12. Jahrhunderts. Sie ist die größte Kirche dieser Art. Vom großzügig angelegten Parkplatz aus waren es nur wenige Schritte zu der alten Holzkirche. Mit jedem Schritt allerdings wurde der Duft den die alte Holzkirche verbreitet stärker. Es roch irgendwie verbrannt! Das hat einen einfachen Grund: Um das Holz gegen Witterungseinflüsse zu schützen, wurde ein Gemisch aus Harz und zerriebener Holzkohle aufgetragen. Das schützt zwar gegen Regen und Sonne, ist aber brandgefährlich, zumal die komplette Kirche ja auch Holz gebaut ist und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass doch einige dieser Kirchen ein Raub der Flammen wurde. Die Kirche hier in Heddal wird bis zum heutigen Tag noch für Gottesdienste genutzt, ist also nicht nur für uns Touristen da. Nach der Besichtigung gönnten wir uns im benachbarten Cafe (hier kann man auch dir Eintrittskarten für die Kirche kaufen) noch einen Mohrrübenkuchen mit einem Kaffee.

Auf dem Weg nach Heddal
Auf dem Weg nach Heddal
Auf dem Weg nach Heddal
Auf dem Weg nach Heddal

Der weitere Weg an diesem Tag ging dann allerdings wieder nach Westen, zurück in die Hardangervidda wo wir Dank einer Umleitung, die unser Navi aber total anders interpretierte, an einer kleinen Nebenstraße einen Platz für die Nacht.
Am nächsten Tag fuhren wir nochmals nach Haukeli, das eh auf unserem Weg nach Bergen lag, besuchten nochmals das Verkaufszelt, wo wir unsere Trollfamilie kennengelernt haben und erwaben noch ein paar Rentierwürste. Dort werden allerdings auch wunderschöne Rentierfelle angeboten und wir haben sehr lange überlegt doch ein oder zwei davon kaufen. Wir verzichteten dann allerdings darauf, denn wir müssen nicht alles haben was uns gefällt!
Kurz vor Otta kamen wir an dem Zwillingswasserfall „Latefos“ vorbei. Der Parkplatz allerdings war total voll und wir waren sehr über die Bodenfreiheit unseres Harry angetan, denn dadurch konnten wir trotz eines großen Absatzs zum Seitenstreifen entlang der Straße parken. Der Wasserfall ist absolut sehenswert, die Wassermassen stürzen in zwei Armen tosend in die Tiefe und der dabei entstehende Wasserschleier spendiert einem dabei noch eine kostenlose Dusche. :))

Gegen Abend erreichten wir dann das Städtchen Odda am Sørfjord. Der Stellplatz unten am Hafen entsprach nicht ganz meiner Vorstellung und daher fuhren wir dann noch ein Stück am Fjord entlang,. Wir wurden nach ein paar Kilometern fündig und stellten uns ein Stück oberhalb der Straße auf einen Wanderparkplatz.
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Tour in Richtung Bergen entlang des Sørfjords und des Hardangerfjords fort. Immer wieder taten sich wunderschöne Blicke übers Wasser und die dahinterliegende Berge auf.

Am Nachmittag erreichten wir dann die Stadt Bergen. Leider war der Stellplatz an der Sporthalle bis auf den letzten Platz belegt. Da standen wir nun und ich war absolut gefrustet, da mir nur dieser Platz bekannt war. Auch der Womoführer den wir dabei haben beschrieb keinen weiteren Platz. Sabine hatte dann die zündete Idee einfach mal die P4N App zu befragen. Und siehe da, diese spuckte einen Schotterplatz aus der nur 300 m entfernt liegt. Dort fanden wir dann noch ausreichend Platz für unseren Harry. Der angenehme Nebeneffekt dieses Platzes war, dass der dortige Kassenautomat „out of order war“. Man muss auch mal Glück haben.??
Auch die nächste Straßenbahnhaltestelle ist nur ca. 100 m entfernt, so fuhren wir am Abend noch in die City und erlebten Bergen im schönsten Abendlicht.


Der nächste Morgen weckte uns mit strahlendem Sonnenschein und blankgeputzem Himmel. Später fanden zwar ein paar Schleierwolken ein, aber für uns war das der perfekte Tag um mit der Bergbahn auf den Fløyen hochzufahren. Also mit der Linie 1 rein in die Stadt, dann zu Fuss rechts an Bryggen vorbei und hoch zur Talstation. Aber welch ein Graus! Vor der Station hat sich schon eine 3 bis 4 reihige und 50 m lange Menschenschlange gebildet. Die Wartezeit, nach unserer Schätzung, mindestens 1 Stunde. Wir entschlossen uns es einigen anderen Touristen gleich zu tun und wenigstens ein Stück den Berg hoch zu laufen. Unterwegs hatte man immer wieder sagenhafte Ausblicke auf die Stadt und den Hafen. Ganz hoch liefen wir allerdings nicht, denn von halber Strecke aus konnte man das Gedränge oben auf der Plattform teilweise sehen. Den Grund für die Menschenmassen konnten wir beim Blick auf den Hafen erkennen, denn es lagen gleichzeitig 3 Kreuzfahrtschiffe an den Anlegestellen.

Wir schlenderten dann noch einige Zeit durch die Gassen am Hang des Floyens entlang und wollten etwas außerhalb des Trubels noch Kaffee und Kuchen geniesen. Aber bei den Preisen die da verlangt werden verging uns die Lust. Für ein kleines, schmales Stück Möhrenkuchen werden hier 8,40 Euro aufgerufen. Den soll essen wer will, aber wir nicht. Nach der Rückkehr zum Womo machten wir uns dann auf, der Straße E16 ins Landesinnere zu folgen. In der Nähe von Dale bogen wir dann auf ein kleines schmales Sträßchen ab, welches paralell zur Hauptstrecke durch ein Seitental verläuft und fanden da einen schönen Platz zum übernachten. Hier wurden wir dann auch noch von einigen der Bergbewohnern beehrt. :)) An diesem Tag war uns das Glück tatsächlich hold, denn wir durften die Hauptstadt der Regenschauer in herrlichem Sonnenschein geniesen.


Weiter führte uns die Straße E16 nun nach Voss und Flam.

Am Rande des See Oppheimsvatn fanden wir zur Mittagszeit einen schön angelegten Parkplatz mit Tischen und Bänken und wir konnten endlich wieder einmal eine Mahlzeit bei herrlichem Sonnenschein im Freien einnehmen. Wäre nicht die stark befahrene E16 wäre das auch ein sehr schöner Platz um ein oder zwei Tage stehen zu bleiben.


Lange haben wir überlegt ob wir kurz nach dem Parkplatz die kleine Serpentinenstraße mit 20% Gefälle durch die Stalheimskleiva Schlucht nehmen sollen, oder einfach durch den Tunnel auf der E16 weiterfahren sollen. Die Schlucht soll schon sehenswert sein, aber wir entschlossen uns doch für die Fahrt untertage. Dafür steuerten wir einen kleinen Parkplatz kurz nach dem Tunnelende an und und folgtem einem kleinen Wanderweg zum Stalheimsfossen der hier ca. 100 Meter in die Tiefe stürzt.

Unsere Mittagspause machten wir in dem Örtchen Undredal wo es auch eine kleine Stabkirche zu sehen gibt.

Der Weihnachtsbaum wächst schon

Am späteren Nachmittag erreichten wir dann Flam. Hier ist der Ausgangspunkt für die berühmte Flambahn, welche sich entlang einer Schlucht und durch viele Tunnel bis zum Bahnhof Myrdal hinaufschlängelt. Die Steigung ist so groß, dass dafür zwei Elektroloks benötigt werden. Wir fuhren das kleine zum Teil sehr schmale Bausträßchen, welches beim Bau der Bahnstrecke angelegt wurde, etwa 7 km hoch und stellten uns für die Nacht auf einen Picknikplatz, von wo aus wir einen schönen Blick auf einen Teil der Bahnstrecke hatten.


Während der Nacht fing es dann wieder an zu regnen und so wir fuhren bei Wind und Dauerregen hoch auf das Aurlandsfjell wo wir dann für den Rest des Tages ohne Handyverbindung und Internetzugang stehen blieben, auch mal ganz erholsam. Hier saßen wir das Regenwetter bis zum nächsten Morgen aus.

tierische Verkehrsteilnehmer
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